Samstag, 19. August 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Deutsche-Bank-Chefkontrolleur Achleitner beruhigt "Niemand muss sich Gedanken machen, deutsche Banken zu retten"

Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank

Mögen in Italien die Wellen auch hoch schlagen - in Deutschland sind die Banken nicht in Gefahr, wenn es nach dem Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner geht. Neue Staatshilfen für die Finanzbranche sind in Deutschland nach Worten von Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner kein Thema. "In Deutschland muss sich niemand darüber Gedanken machen, Banken zu retten", sagte Achleitner der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Der Chefkontrolleur verwies darauf, dass die heimischen Geldhäuser seit der Finanzkrise ihre Kapitalausstattung massiv verstärkt hätten. Die Deutsche Bank habe ihr Eigenkapital seit 2007 nahe verdoppelt und alle Anforderungen der Aufsichtsbehörden erfüllt. "Die Europäische Zentralbank hat gerade erst die Kapitalanforderungen für uns ein wenig verringert - wie für andere Banken auch", fügte Achleitner hinzu.

In Italien hat die Regierung einen 20 Milliarden Euro schweren Fonds zur Stabilisierung des Bankensektors eingerichtet. Dieser soll zunächst zur Rettung des Kriseninstituts Monte dei Paschi verwendet werden, die den dortigen Steuerzahler nach Schätzung der Notenbank 6,6 Milliarden Euro kosten dürfte.

Ein Zusammengehen der Deutschen Bank mit einem anderen Geldinstitut in Europa steht Achleitner zufolge derzeit nicht auf der Agenda. "Im Moment ist die Fantasie für eine paneuropäische Fusion gebremst, da haben wir andere Prioritäten", sagte er.

Sehen Sie auch: Warum deutsche Kunden die Finanzindustrie abstrafen

Foto: DPA

Die Pläne von Bankchef John Cryan sehen insbesondere den Rückzug aus einigen unprofitablen Märkten und besonders kapitalintensiven Handelsgeschäften vor. Unzufriedene Großaktionäre dringen auf schnellere Sanierungserfolge und hoffen auf eine Überarbeitung der Strategie.

Am Investmentbanking will die Deutsche Bank unwiderruflich festhalten, wie Achleitner unterstrich. "Nur muss es in einer Art und Weise ausgeübt werden, wie es den heutigen gesellschaftlichen, politischen und regulatorischen Vorgaben entspricht."

Als größte Gefahr für das Geschäft im neuen Jahr bezeichnete Achleitner die internationalen Konflikt- und Krisenherde. "Die geopolitischen Risiken sind das große Thema, ganz klar."

nis/rtr

Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH