Samstag, 16. Dezember 2017

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Finanzinvestor Cerberus steigt ein Dieser Mann versetzt die Deutsche Bank in Unruhe

Cerberus-Gründer und -Chef Steve Feinberg (r.) nimmt sich jetzt die Deutsche Bank vor.
Dow Jones Events
Cerberus-Gründer und -Chef Steve Feinberg (r.) nimmt sich jetzt die Deutsche Bank vor.

Erst Commerzbank, jetzt Deutsche Bank: Der US-Finanzinvestor Cerberus steigt bei der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen ein. Cerberus hält aktuell drei Prozent an Deutschlands größtem Geldhaus, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Cerberus ist seit dem Sommer mit einem Anteil von fünf Prozent bereits zweitgrößter Aktionär der Commerzbank. Cerberus-Gründer Stephen Feinberg gilt als einer der härtesten Sanierer unter den US-Investoren. (Lesen Sie hier den mm-Inside-Report über Cerberus)

Im Sommer 2016 hatten die Deutsche und die Commerzbank Börsen-Chart zeigen lose die Chancen eines Zusammengehens ausgelotet. Der "Sommerflirt" der beiden Geldhäuser wurde aber schnell beendet. Die Manager seien sich einig gewesen, dass beide Banken erst einmal aufräumen müssten, bevor sie über weitergehende Schritte nachdenken könnten.

Bereits am Vorabend hatte Deutschlands größtes Geldhaus mitgeteilt, dass die US-Investmentbank Morgan Stanley sich über Finanzinstrumente Zugriff auf knapp sieben Prozent der Anteile an der Deutschen Bank gesichert habe. Da Investmentbanken üblicherweise im Kundenauftrag handeln, hatte dies Spekulationen über den Einstieg eines aktivistischen Investors ausgelöst.

Nach einer Stimmrechtsmitteilung vom Mittwochnachmittag ist Cerberus-Gründer Stephen Feinberg dieser Investor. Er hielt demnach zum Dienstag 3,00 Prozent.

An welchen Kunden Morgan Stanley die übrigen 4 Prozent weiterreichen wird, ist zur Stunde noch offen: Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Cerberus in einem zweiten Schritt seine Anteile an der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen in Kürze noch aufstocken wird.

Der Aktienkurs der Deutschen Bank, der am Mittwoch zunächst unter Druck geraten war, drehte zuletzt ins Plus. Die Nachricht über den Einstieg von Cerberus sorgte außerdem dafür, dass die Aktie der Commerzbank ihre Verluste deutlich verringerte.

Drängt Cerberus bald auf Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank?

In der Branche wird nun erneut über eine mögliche Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank spekuliert. "Wenn sich Cerberus nach dem Einstieg bei der Commerzbank nun auch an der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen beteiligt, liegt es nahe, dass er auf eine Fusion der beiden Häuser drängen könnte", sagte der Händler.

Vorteilhaft sei eine Fusion aller Voraussicht nach vor allem für die Commerzbank Börsen-Chart zeigen als das kleinere der beiden Institute.

Der Chef der Deutschen Bank, John Cryan, hat unterdessen den größten Aktionär der Deutschen Bank endlich persönlich kennengelernt. Bankchef John Cryan habe Adam Tan, den Kopf des chinesischen Mischkonzerns HNA, vergangene Woche in Deutschland getroffen, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Personen. "Wir sprechen mit unseren Aktionären, nicht über unsere Aktionäre", sagte ein Banksprecher auf Anfrage.

HNA war Anfang des Jahres groß bei der Deutschen Bankeingestiegen und hält nach letztem Stand knapp 10 Prozent der Anteile - mehr als jeder andere Anteilseigner. Im Oktober hatte die Deutsche Bank bestätigt, dass sich die beiden Konzernlenker bis dato noch nicht persönlich begegnet waren.

Ein Sprecher von Alexander Schütz, dem Vertreter von HNA im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, wollte nun nicht kommentieren, ob es inzwischen zu einem Treffen gekommen ist. Auch HNA selbst lehnte einen Kommentar ab.

Das "Wall Street Journal" hatte im Oktober berichtet, dass Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner verärgert darüber gewesen sei, dass Cryan dem chinesischen Hauptaktionär bislang die kalte Schulter gezeigt habe. Die Chinesen sind nicht unumstritten: Angesichts zahlreicher Deals in der jüngeren Vergangenheit wurde vermehrt die Frage gestellt, wie sich der vor allem in der Touristik und der Luftfahrt engagierte Konzern eigentlich finanziert und wer die Fäden in der Hand hält.

la/dpa/reuters

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