Sonntag, 24. Juli 2016

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John Cryan wirbt bei Kollegen um Vertrauen Deutsche Bank - Löscheinsatz jetzt auch bei Mitarbeitern und Kunden

Brauchen Zuspruch: Mitarbeiter der Deutschen Bank in ihren Büros.

Die Deutsche Bank wirbt mit einer Serie offener Briefe um das Vertrauen von Investoren, Mitarbeitern und Kunden. Nur wenige Stunden nach Finanzvorstand Marcus Schenck ist am Dienstagmittag auch Vorstandschef John Cryan mit Argumenten für die Solidität und Vertrauenswürdigkeit der wichtigsten deutschen Bank an die Öffentlichkeit getreten. "Sie können Ihren Kunden mitteilen, dass die Deutsche Bank angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide ist", schreibt Cryan in seinem Brief, den wir im Anschluss dokumentieren.

Der Schritt Cryans deutet auf eine deutliche Verunsicherung der Deutsche-Bank-Mitarbeiter hin. Explizit bittet er seine Kollegen am Ende seiner Zeilen: "Lassen Sie uns zusammenarbeiten". In seinem Brief schildert der Brite die Grundzüge der von ihm verordneten Strategie der Bank, die er allerdings erst vor rund zwei Wochen - rund um die Bilanzpressekonferenz der Bank am 28. Januar - ausführlich vorgestellt und erläutert hatte.

Unter anderem weil Cryan Ende Januar nur eine trübe Ergebnisprognose abgeliefert hatte, war der Aktienkurs der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen in den Tagen danach abgesackt. Unter einigen Investoren waren sogar Zweifel aufgekommen, ob die Bank ihre Zinsverpflichtungen aus Additional-Tier-1-(AT1-)Wertpapieren zum Ende April über 350 Millionen Euro würde zahlen können. Nach dem Brief Schencks am Montagabend war die Deutsche-Bank-Aktie stark in den Handelsstart gestartet, am frühen Nachmittag lag sie allerdings mit mehr als 2 Prozent im Minus, und damit erneut unter dem Dax-Durchschnitt.

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