Dienstag, 27. Juni 2017

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Deutsche Bank John Cryan will Boni offenbar weiter eindampfen

So sorry ... Deutsche-Bank-Chef John Cryan erwägt zusammen mit dem Aufsichtsrat, die Boni für sein Spitzenpersonal erneut zu kürzen

Bei den Wall-Street-Banken pfeifen es die Spatzen bereits vom Dach - nun auch bei der Deutschen Bank: Der Bonustopf für die Mitarbeiter des größten deutschen Geldinstituts wird aller Voraussicht nach für 2016 erneut kleiner ausfallen als im Vorjahr. "Da werden wir den Gürtel enger schnallen müssen. Ich glaube, dass es eine deutliche Reduktion geben wird", zitierte die "Börsen-Zeitung" (Freitag) aus Aufsichtsratskreisen.

Auch der Vorstand denkt demnach intensiv über eine Kürzung der variablen Vergütung nach. Ein Sprecher des Konzerns in Frankfurt wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Für die US-Wettbewerbern an der Wall Street prognostizierten Experten nach anonymen Umfragen bereits im vergangenen November, dass die Sondervergütungen über alle Geschäftsbereiche hinweg um 10 Prozent im Schnitt fallen könnten. Bei den Investmentbankern könnte das Minus sogar zwischen 10 und 20 Prozent im Schnitt betragen.

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Morgan Stanley erwägt nach jüngsten Berichten, die Sondervergütungen für seine Investmentbanker um 15 Prozent zu kürzen und will zudem 20 seiner Top-Investmentbanker wegen rückläufigem Geschäft vor die Tür setzen.

Fallende Boni bei steigenden Festgehältern

Die Deutsche Bank hatte den Gesamtbetrag für die variable Vergütung im Konzern in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgeschmolzen: Für das Jahr 2013 waren es noch rund 3,2 Milliarden Euro, ein Jahr später 2,7 Milliarden Euro und für 2015 dann 2,4 Milliarden Euro. Zugleich jedoch bekamen Festvergütungen steigendes Gewicht.

Viel Zeit für eine Entscheidung über den aktuellen Bonuspool bleibt nicht mehr: Die Boni für das abgelaufene Geschäftsjahr werden üblicherweise im März ausgezahlt, zuvor muss der Aufsichtsrat die Vergütung absegnen und die Mitarbeiter sollen informiert werden.

Am 2. Februar will Deutschlands größtes Geldhaus seine Bilanz für das Jahr 2016 vorlegen. Nach dem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro im Jahr 2015 erwarten Analysten auch für das gerade abgelaufene Jahr rote Zahlen. Teure Rechtsstreitigkeiten und der laufende Konzernumbau belasten die Deutsche Bank nach wie vor.

rei mit Nachrichtenagenturen

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