Donnerstag, 20. September 2018

Auf Anweisung der EZB Deutsche Bank rechnet Investmentbanking-Ausstieg durch

Deutsche Bank London: Hier arbeiten die meisten Investmentbanker des Geldinstituts

Die Deutsche Bank muss einem Insider zufolge auf Anweisung der EZB-Bankenaufsicht durchrechnen, was die Abwicklung des Investmentbanking kosten würde. Die Berechnungen liefen schon seit einiger Zeit und stünden nicht im Zusammenhang mit dem Chefwechsel bei Deutschlands größtem Geldhaus, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag.

Die Deutsche Bank solle simulieren, wie sich der Wert des Kapitalmarkt- und Derivategeschäfts entwickelt, wenn sie als zahlungsfähiges Institut das Neugeschäft plötzlich einstellt. Es gehe also nicht um eine Abwicklung im Fall einer Pleite, die deutlich aufwendiger wäre.

Die Deutsche Bank erklärte, sie berechne "für Regulatoren routinemäßig die Konsequenzen einer geordneten Abwicklung von Positionen in unseren Handelsbüchern".

Auch wenn der neue alleinige Investmentbanking-Chef der Deutschen Bank die Sparte wohl verschlanken wird, wie es Investoren und Analysten vereinzelt schon länger fordern, radikale Schnitte wird es wohl nicht geben, wie Garth Ritchie zuletzt sagte. "Ich erwarte, dass das weiterhin ein Prozess bleiben wird und kein einzelnes Ereignis", hatte Ritchie der "Financial Times" gegenüber erklärt. Seine Aufgabe sei es nicht, den Bereich zusammenzustutzen. "Unser Mandat ist es, die Investmentbank profitabel zu machen."

Laut der "Süddeutschen Zeitung", die zuerst über die Anweisung der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) berichtete, ist es das erste Mal, dass die Aufsichtsbehörde von eine Großbank eine solche Simulation fordert. Später sollten weitere Geldhäuser folgen.

rei/Reuters

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