Sonntag, 21. Oktober 2018

US-Steuerreform und schwaches Geschäft Deutsche Bank schockt mit Gewinnwarnung

Deutsche-Bank-CEO John Cryan.

Die US-Steuerreform treibt die Deutsche Bank in die roten Zahlen. Wegen der Belastung von rund 1,5 Milliarden Euro werde die Bank nach Steuern 2017 einen geringen Verlust ausweisen, teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Freitag mit. Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen rutschte nach der Meldung am Freitag deutlich ab und baute ihre Verluste auf rund 4,7 Prozent aus. Zuvor hatte Deutschlands größte Bank für 2017 einen Gewinn in Aussicht gestellt. Vorstandschef John Cryan (57) hatte damit auch die Rückkehr zu wieder höheren Boni verbunden. Diese Sonderzahlungen sind in der Banken-Industrie Usus, um gute Leute vor einem Wechsel zur Konkurrenz abzuhalten.

Doch nicht nur die steuerlichen Effekte belasten die Deutsche Bank. So erwartet das größte deutsche Geldhaus wegen schwächerer Erträge auch einen Vorsteuerverlust im vierten Quartal. Der Bank machten weiterhin die geringen Schwankungen an den Finanzmärkten zu schaffen. Die Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Aktien sowie dem Finanzierungsgeschäft dürften im vierten Quartal etwa 22 Prozent geringer ausfallen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte die Bank weiter mit.

Neben dem schwächeren Ertragsumfeld belasteten auch höhere Kosten sowie ein Verlust aus dem kürzlich bekanntgegebenen Verkauf des Privat- und Firmenkundengeschäfts in Polen.

Die größte US-Steuerreform seit mehr als 30 Jahren soll Firmen hohe Entlastungen bringen, die Körperschaftssteuer sinkt auf 21 von bisher 35 Prozent. Doch für viele Finanzinstitute führt die Änderung zunächst zu Belastungen: Sie haben während der Finanzkrise milliardenschwere Verluste erlitten, die sie über Jahre geltend machen können und die die Steuerlast drücken. Doch mit dem künftig niedrigeren Steuersatz sinkt der Wert dieser Verlustvorträge, die sie nun abschreiben müssen.

Ihre vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr teilt die Bank am 2. Februar mit.

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