Samstag, 16. Dezember 2017

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HNA im Visier der Bafin Finanzaufsicht prüft Deutsche-Bank-Großaktionär

Chen Feng: Hat der HNA-Gründer beim Einstieg in die Deutsche Bank womöglich falsche Angaben gemacht?
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Chen Feng: Hat der HNA-Gründer beim Einstieg in die Deutsche Bank womöglich falsche Angaben gemacht?

Die Finanzaufsicht Bafin knöpft sich den chinesischen Konzern HNA vor, der in diesem Jahr zum größten Aktionär der Deutschen Bank aufgestiegen ist. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagsausgabe) berichtete, untersucht die Behörde, ob HNA korrekte Stimmrechtsangaben gemacht hat, als er sich im Frühjahr 2017 schrittweise bei der Deutschen Bank einkaufte und mit 9,9 Prozent zum bedeutendsten Aktionär von Deutschlands größtem Geldhaus wurde.

Im Fokus stehe die Frage, ob HNA in der Mitteilung an die Aufsicht auch die Großaktionäre um HNA-Gründer Chen Feng hätte angeben müssen, da sie möglicherweise das Unternehmen beherrscht hätten. HNA erklärte: "Die Stimmrechtsmitteilungen von HNA in Bezug auf die Deutsche Bank waren und sind korrekt." Eine Stellungnahme der Bafin lag zunächst nicht vor.

HNA hat bereits Ärger in der Schweiz. Die dortige Behörde zur Überwachung von Übernahmen hat erklärt, der chinesische Mischkonzern habe beim Kauf der Schweizer Flug-Cateringfirma Gategroup teilweise falsche und unvollständige Angaben gemacht.

HNA muss zudem eine Gebühr von 50.000 Franken zahlen. Die Chinesen hatten Gategroup für 1,5 Milliarden Dollar übernommen. Der Deal war Teil einer insgesamt 50 Milliarden Dollar schweren Einkaufstour, zu der auch Beteiligungen an der Hotelkette Hilton sowie der Deutschen Bank gehörten.

Sobald Aktionäre in Deutschland mehr als 3 Prozent an einem börsennotierten Unternehmen halten, müssen sie per Stimmrechtsmitteilung angeben, welche Gesellschaften oder bedeutenden Einzelaktionäre dort das Sagen haben. Melden musste HNA daher die komplette Kette der Konzernstruktur.

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rei/afp/Reuters

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