Montag, 11. Dezember 2017

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Chinas Riesenholding unter Druck von allen Seiten Das Geflecht um den Deutsche-Bank-Großaktionär HNA

Chen Fengs Milliardenreich: Dieser Kommunist ist jetzt Deutsche-Bank-Eigner Nr. 1
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Wenn die Europäische Zentralbank wie angedeutet den neuen Deutsche-Bank-Großaktionär HNA unter die Lupe nimmt, ist sie nicht allein. Auch die chinesische Bankenaufsicht, die US-Regierung, in- und ausländische Gläubigerbanken sowie eine Reihe von Medien suchen nun nach den Hintergründen des in wenigen Jahren zu enormer Größe gewachsenen Konglomerats von der chinesischen Ferieninsel Hainan.

"Wir haben alles legal gemacht. Mit der Bank, den Strukturen, den Regularien. Wir sind in Ordnung. Wir würden uns gern von ihnen untersuchen lassen, wenn sie das wollen", beteuert Firmenchef Adam Tan gegenüber der "Financial Times" (kostenpflichtig).

Während HNA am Montag in London mit einer opulenten Feier in Gegenwart von Ex-Politgrößen wie David Cameron oder Nicolas Sarkozy ihren Aufstieg zum 170-größten Weltkonzern im "Fortune 500"-Ranking beging, ließ die Firma selbst etwas mehr Licht ins Dunkel ihrer eigenen Besitzverhältnisse.

Womöglich spielt der internationale Aufklärungsdruck eine Rolle. Tan zufolge jedoch sei wegen des Rankings "jetzt genau die richtige Zeit, um die Strukturen offenzulegen. Wir sind so glücklich. Ich denke, ich vertraue der US-Regierung, ich vertraue der chinesischen Regierung."

Mehr als die Hälfte der HNA-Aktien liegt demnach in den Händen zweier wohltätiger Stiftungen. Die größere davon namens Hainan Cihang Charity Foundation ist in New York registriert und hält dieselben 29,5 Prozent Anteile, die bisher ominösen Aktionären namens Guan Jun und Bharat Bhise zugeschrieben wurde - beides nur Strohmänner im Auftrag von HNA, wie es nun heißt, und "alte Informationen".

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