Sonntag, 28. August 2016

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Deutsche-Bank-Finanzvorstand "Das hat bei uns seine Spuren hinterlassen"

Deutsche-Bank-Finanzvorstand Marcus Schenck

Der Finanzchef der Deutschen Bank, Marcus Schenck, bereitet die Anleger offenbar auf ein schwaches Quartalergebnis vor. Die Börsenturbulenzen im Januar und Februar hätten in vielen Geschäftsfeldern der Bank Spuren hinterlassen. Moody's prüft bereits eine Rating-Abstufung.

Die Schwankungen an den Kapitalmärkten in den ersten Wochen des Jahres haben der Deutschen Bank zugesetzt. "Dies waren im Bankensektor die beiden schlechtesten Anfangsmonate eines Jahres, die ich persönlich erlebt habe. Das hat natürlich auch bei uns seine Spuren hinterlassen", sagte Finanzvorstand Marcus Schenck der "Börsen-Zeitung". (Lesen Sie dazu auch die Titelgeschichte in der April-Ausgabe des manager magazins: "Die Trümmermänner - woran die Strategie der Deutschen Bank krankt")

Alle eng am Kapitalmarkt hängenden Geschäfte seien betroffen, wie das Handelsgeschäft und die Vermögensverwaltung. "Da haben wir einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr."

Die Deutsche Bank hatte bereits in ihrem letzten Geschäftsbericht angedeutet, dass die großen Schwankungen an den Kapitalmärkten in den ersten Monaten 2016 vor allem im wichtigen Investmentbanking Bremsspuren hinterlassen haben dürften. 2015 hatte die Bank unter dem Strich ein Minus von 6,7 Milliarden Euro verbucht. In diesem Jahr ist ein Verlust ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Umbau des Instituts schleppend - Moody's prüft Abstufung

Schleppend laufe auch der Umbau des Instituts, räumte Schenck ein. "Im Marktumfeld der ersten beiden Monate dieses Jahres haben wir gesehen, dass es schlicht nicht möglich war, bestimmte Transaktionen durchzuführen und die Sache für uns abzuschließen."

Man habe kaum Gegenparteien gefunden, die sich mit einem überhaupt unterhalten wollten. "Da passieren dann einige Sachen nicht, die jetzt erst einmal auf der Bilanz stehen bleiben", deutete Schenck an, ohne Details oder mögliche Auswirkungen auf das Ergebnis zu nennen. Im März sei es aber schon deutlich besser gelaufen, beruhigte der Finanzchef.

Beim Broker Lang & Schwarz (L&S) gaben die Aktien des hiesigen Branchenprimus vorbörslich dennoch um 0,67 Prozent nach. Das verwundert nicht, zumal die US-Agentur Moody's eine mögliche Herabstufung der Bonitätsbewertung der Deutschen Bank prüft.

Dazu zählten das Langfristrating (A2) und das Rating für vorrangig unbesicherte Verbindlichkeiten (Baa1), teilte Moody's mit. Grund seien zunehmende Hürden bei den Bemühungen der Deutschen Bank, die Profitabilität in den nächsten drei Jahren zu stärken und zu stabilisieren.

Moody's prüft nach eigenen Angaben auch die wichtigsten Ratings der Deutsche-Bank-Tochter Postbank auf eine Herabstufung.

Mehr im aktuellen manager magazin 4/2016: Deutsche Bank - Die Trümmermänner

rei/dpa/Reuters

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