Sonntag, 9. Dezember 2018

EXKLUSIV Ex-Vorstand Stefan Krause kritisiert Konzernspitze "Auf der Deutschen Bank lasten drei Jahre des strategischen Stillstands"

Ex-Deutsche Bank Vorstand Stefan Krause: "Auch wir haben Fehler gemacht"

Der ehemalige Deutsche-Bank-Vorstand Stefan Krause hat die heutige Führung der Bank kritisiert. "Auf der Deutschen Bank lasten drei Jahre des strategischen Stillstands", sagte Krause in einem Interview des manager magazins (Erscheinungstermin 23.11.). "Seit dem Führungswechsel zu John Cryan sind die Erträge kontinuierlich gesunken."

Der Brite Cryan hatte 2015 das Duo Anshu Jain und Jürgen Fitschen an der Spitze der Bank abgelöst. Krause hatte die Bank wenig später verlassen. Er arbeitete sieben Jahre für die Deutsche Bank, war zunächst Finanz- und dann Strategievorstand.

Krause wehrte sich gegen den Vorwurf, frühere Vorstandschefs wie Josef Ackermann seien für den Niedergang der Bank verantwortlich. Wenn die Bank heute nicht einmal mehr zu den 80 wertvollsten der Welt gehöre, dann sei das die Verantwortung des heutigen Vorstands.

Auch "wir haben Fehler gemacht, unsere Strategie zum Beispiel nicht konsequent genug umgesetzt", sagte Krause. Entscheidend aber seien "die vielen Fragen, die das Management nach uns unbeantwortet lässt: zum Beispiel wie die Bank in Zukunft Geld verdienen will." Dem seit April amtierenden Bank-Chef Christian Sewing traue er er aber einiges zu, "auch wenn er eine schwierige Konstellation im Aufsichtsrat vorfindet".


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Eine Fusion mit der Commerzbank sei keine Lösung für die Probleme der Deutschen Bank, sagte Krause: "Aus zwei Fußlahmen wird doch kein Gesunder." Erstens passten die Kulturen der beiden Finanzinstitute nicht zusammen, erläuterte Krause. Und zweitens seien beide ausgerechnet im Ausland nicht wettbewerbsfähig genug.

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