Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Nachfolger für Peter Hazlewood Deutsche Bank: Neuer "Geldwäsche-Beauftragter"

Philippe Vollot, neuer Global head of Anti-Financial Crime bei der Deutschen Bank
Deutsche Bank
Philippe Vollot, neuer Global head of Anti-Financial Crime bei der Deutschen Bank

Erst am Mittwoch hatte manager-magazin.de den Abgang des Amtsinhabers gemeldet - am Donnerstag hat die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen nun einen neuen Global Head of Anti-Financial Crime gefunden. Philippe Vollot werde neuer "Geldwäsche-Beauftragter", schrieb Vorständin Sylvie Matherat am Donnerstag an die Mitarbeiter des Geldhauses. Ursprünglich war der Wechsel für später vorgesehen, die Berichterstattung beschleunigte die Ereignisse allerdings.

Vollot sei seit über 13 Jahren für die Deutsche Bank tätig, zuletzt als globaler Chef für das Tagesgeschäft (COO) für die Themen Regulation, Compliance und Anti-Financial Crime, so Matherat. Er habe bereits zuvor in verschiedenen Positionen in diesen Bereichen gearbeitet. Neben Stationen in der privaten Wirtschaft, etwa bei Barclays, sei Vollot auch schon für die französische Finanzmarktaufsicht tätig gewesen.

Anders als mit dem Briten Hazlewood wird Matherat mit ihrem neuen Kollegen nun völlig friktionsfrei parlieren können: Vollot kommt ebenso wie die Regulierungs-Vorständin aus Frankreich. Eine viel größere Rolle als intern spielt die Sprachkompetenz beim Thema Geldwäsche normalerweise für die Regulatoren: Vor der Berufung Hazlewoods etwa hatte die Finanzaufsicht BaFin lange darauf bestanden, der oberste Geldwäsche-Ermittler der Deutschen Bank müsse Deutsch sprechen. Hazlewood konnte das nicht, musste aber immerhin zusichern, Deutsch zu lernen. Ob es eine ähnliche Auflage für Vollot gibt, wurde zunächst nicht bekannt.

Matherat betonte in ihrem Brief an die Mitarbeiter, die Bank wolle ihre Kontrollgremien weiter stärken, damit aktuelle Gewinne "nicht zu höheren Rückstellungen in der Zukunft führen." Im Bereich Anti-Financial Crime habe man deshalb im Jahr 2016 die Anzahl der Mitarbeiter um 30 Prozent auf 770 erhöht, im laufenden Jahr solle diese Zahl auf über 1150 wachsen.

Der bisherige Chef zur Bekämpfung von Geldwäsche, Peter Hazlewood, war erst im Juli 2016 zur Bank gestoßen. Der einstige Polizist hatte einige Erfahrung in Sachen Geldwäsche-Bekämpfung vorzuweisen, galt intern allerdings von Anfang an nicht als Idealbesetzung. Aus der Bank wird auch von atmosphärischen Störungen zwischen Hazlewood und Matherat berichtet. Einzelne Quellen berichten, der Brite habe auf einen forscheren bankinternen Auftritt der Regelwächter gedrängt.

In ihrem Brief dankte Matherat dem Briten, "dessen Vertrag endet, für seine geleistete Arbeit". Aktuell spreche man mit ihm über eine beratende Funktion.

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