Donnerstag, 16. August 2018

Deutsche-Bank-Hauptversammlung Aktionäre verpassen Paul Achleitner einen Denkzettel

84,4 Prozent Ja-Stimmen für Paul Achleitner, normal sind mehr als 90 Prozent

Es ist nicht ohne Ironie. Bei der Abstimmung zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat haben am späten Donnerstagabend deutlich mehr Aktionäre dem geschassten Deutsche-Bank-Chef John Cryan das Vertrauen ausgesprochen als Paul Achleitner. Die Anteilseigner verpassten damit dem nicht unumstrittenen Chefaufseher einen Denkzettel.

Die Aktionäre der Deutschen Bank haben dem seit längerer Zeit in der Kritik stehenden Aufsichtsratschef Paul Achleitner bei der Hauptversammlung des Instituts einen Denkzettel erteilt. Achleitner erhielt lediglich 84,4 Prozent Ja-Stimmen, wie er selbst am Donnerstagabend kurz vor Ende der Hauptversammlung in Frankfurt mitteilte.

Normal sind bei solchen Abstimmungen Ergebnisse von mehr als 90 Prozent. Viele Anteilseigner hatten den Österreicher zuletzt wegen seines Krisenmanagements rund um den Chefwechsel kurz nach Ostern und andere Entscheidungen in der Vergangenheit angegriffen.

Der Anfang April entlassene Ex-Vorstandschef John Cryan wurde mit 94,78 Prozent der Stimmen entlastet, der seit 8. April amtierende neue Vorstandschef Christian Sewing, der schon seit 2015 Mitlied des Gremiums ist, bekam 94,58 Prozent der Stimmen.


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Die mit Ablauf der Hauptversammlung ausscheidende IT-Chefin Kim Hammonds, die wegen ihrer Aussage, die Deutsche Bank sei das "dysfunktionalste Unternehmen", für das sie je gearbeitet habe, wurde mit 94,76 Prozent der Stimmen entlastet. Eine Entlastung oder Nicht-Entlastung hat keine rechtlichen Folgen, gilt aber als Vertrauens- beziehungsweise Misstrauensbeweis.

rei/Reuters

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