Dienstag, 19. März 2019

"Kleinstaaterei in Europa muss ein Ende haben" Deutsche-Bank-Chef plädiert für mehr Bankenfusionen

John Cryan: "In Deutschland gibt es schlicht zu viele Banken - wir brauchen weitere Zusammenschlüsse"

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat sich für mehr Fusionen unter Europas Banken ausgesprochen. "Wir brauchen weitere Zusammenschlüsse - auf nationaler Ebene, aber eben auch über die Landesgrenzen hinweg", sagte er auf der Tagung "Banken im Umbruch" am Mittwoch in Frankfurt. "Nur dann können wir auf Dauer wirtschaftlich arbeiten. Und nur dann können wir international mithalten."

Die "Kleinstaaterei" unter den Banken in Europa müsse ein Ende haben. "Wir brauchen einen Kurswechsel. Wir brauchen eine Strategie für unseren Finanzsektor", forderte der Deutsche-Bank-Chef.

In Deutschland gebe es "schlicht zu viele Banken", sagte der Brite. Anders als in Spanien, Frankreich oder Nordeuropa sei es hierzulande nie zu einer Fusionswelle gekommen. "Das Ergebnis: weniger Skaleneffekte, mehr Konkurrenz, höherer Preisdruck."

Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank? "Das glaube ich nicht"

Das manager magazin hatte zuvor von internen Überlegungen in der Deutschen Bank zu einem Zusammenschluss mit der Commerzbank berichtet. Dies trieb die Aktien der Nummer zwei in Deutschland um vier Prozent nach oben. Deutsche-Bank-Aktien legten rund 3 Prozent zu.

Ein Zusammenschluss zwischen Deutscher Bank und Commerzbank sei nach Aussage von Deutsche-Bank-Chef John Cryan jedoch keine Option für die Deutsche Bank. "Das glaube ich nicht", sagte der Brite am Mittwoch in Frankfurt auf die Frage nach einer möglichen Fusion mit der Commerzbank. "Wir wollen die Deutsche Bank eigentlich kleiner und einfacher machen."

Cryan sagte auf der Tagung "Banken im Umbruch", in Deutschland sollten sich vielmehr kleinere Häuser zusammenschließen. Es gebe zu viele Banken hierzulande, da es nie zu einer großen Fusionswelle gekommen sei.

la/reuters

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung