Sonntag, 21. Oktober 2018

Großaktionär interveniert Cerberus gegen Fusion von Deutscher Bank und Coba

"Platz genug für zwei große Privatbanken": Stephen Feinberg, Chef des Finanzinvestors Cerberus

Der Finanzinvestor Cerberus hält nennenswerte Anteile an Deutscher Bank und Commerzbank. Cerberus-Chef Stephen Feinberg hat sich jetzt gegen eine Fusion der beiden Institute ausgesprochen, heißt es.

Der an der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen und der Commerzbank Börsen-Chart zeigen beteiligte Finanzinvestor Cerberus hat sich einem Zeitungsbericht zufolge gegen eine Fusion der beiden Geldhäuser ausgesprochen. Die deutsche Volkswirtschaft biete genug Platz für zwei große Privatbanken, habe Cerberus-Chef Stephen Feinberg Mitte Dezember in Gesprächen im Kanzleramt, im Finanzministerium, bei den Aufsichtsbehörden sowie den Banken gesagt, berichtete das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Finanzkreise.

Deutsche Bank und Commerzbank sollten sich bei ihrer Neuausrichtung jedoch mehr anstrengen, forderte Feinberg demnach. Beide Geldhäuser müssten deutlich schlanker und effektiver werden, sie seien noch zu komplex aufgestellt. Ihre Ziele seien zu wenig ambitioniert, sagte der Cerberus-Chef der Zeitung zufolge.

Von Cerberus war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Finanzaufsicht Bafin lehnte eine Stellungnahme ab. Die Commerzbank äußere sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Aktionären, sagte ein Banksprecherin.

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Cerberus war im Sommer mit 5 Prozent bei der Commerzbank eingestiegen, seit November hält der Finanzinvestor auch 3 Prozent an der Deutschen Bank. Seitdem kursierten Gerüchte, Cerberus werde auf eine Fusion der beiden Häuser drängen. Der Investor betonte in der Vergangenheit lediglich, man glaube an die Stärke des deutschen Bankensektors und der deutschen Wirtschaft insgesamt und habe sich deshalb zu der Beteiligung entschlossen.

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Im Sommer 2016 hatten die Deutsche und die Commerzbank lose die Chancen eines Zusammengehens ausgelotet. Der "Sommerflirt" der beiden Geldhäuser wurde aber schnell beendet. Die Manager seien sich einig gewesen, dass beide Banken erst einmal aufräumen müssten, bevor sie über weitergehende Schritte nachdenken könnten.

rei mit Reuters

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