Dienstag, 23. Oktober 2018

Blackrock pocht auf Fusionen Deutsche-Bank-Großaktionär ruft Politik zu Hilfe

Blackrock in den USA: Der weltgrößte Vermögensverwalter macht sich für Bankenfusionen stark
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Blackrock in den USA: Der weltgrößte Vermögensverwalter macht sich für Bankenfusionen stark

Der weltgrößte Vermögensverwalter und Deutsche-Bank- Großaktionär Blackrock fordert Anschubhilfe der Politik für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse von Großbanken in Europa. "Wir brauchen einen voll integrierten Bankenmarkt in Europa. Nur dann sind grenzüberschreitende Fusionen großer Institute möglich, die notwendig sein werden, um den europäischen Bankensektor wieder profitabler und schlagfähiger zu machen", sagte der stellvertretende Blackrock-Verwaltungsratschef Philipp Hildebrand der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag).

Mit Blackrock positioniert sich der einflussreichste private Investor der Welt in der Frage der künftigen Struktur einer europäischen Schlüsselbranche. Ende vergangenen Jahres verwaltete der amerikanische Großinvestor nach eigenen Angaben 5100 Milliarden US-Dollar an Vermögen. Blackrock hat derzeit einen Anteil von 6,35 Prozent an der Deutschen Bank gemeldet und ist damit der zweitgrößte Aktionär des größten deutschen Geldhauses. Er ist auch an anderen europäischen Geldhäusern beteiligt.

"Es gibt einen ganz klaren Handlungsbedarf: Die Politik muss die Weichen richtig stellen", sagte Hildebrand, der vor seiner Zeit bei dem Großinvestor Präsident der Schweizerischen Nationalbank war. Deshalb sei der Abschluss der Europäischen Bankenunion eine der größten Herausforderungen für die Politiker in den kommenden Jahren. Bisher dagegen hätten Bankchefs in Europa noch immer Zweifel, ob die Bankenunion voll verwirklicht werde.

"Deutschland ist ganz klar overbanked": Philipp Hildebrand, Vize-Verwaltungsratschef bei Blackrock

"Deutschland ist ganz klar 'overbanked'. Es gibt für die Größe des Marktes zu viele Kreditinstitute", sagte Hildebrand.

Ohne internationale Zusammenschlüsse werde es für die Großbanken in Europa "sehr schwer werden, dauerhaft tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln", sagte der 54-Jährige. Als Alternative zur Branchenkonsolidierung bliebe nur eine starke Verkleinerung oder eine abermalige Flucht in riskante Investmentbanking-Geschäfte in den Vereinigten Staaten, die einer Reihe von Instituten in der Vergangenheit hohe Verluste eingebracht haben. "Für ihre nationalen Märkte sind die Großbanken zu groß", sagte Hildebrand dem Blatt.

rei/dpa

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