Montag, 10. Dezember 2018

Danske Bank Skandal belastet Deutsche-Bank-Aktie Geldwäscheskandal erreicht Deutsche Bank

Danske Bank in Kopenhagen: Bis zu 150 Milliarden Euro sollen über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien
REUTERS/Jacob Gronholt-Pedersen/File Photo
Danske Bank in Kopenhagen: Bis zu 150 Milliarden Euro sollen über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien

Die Finanzaufsicht Bafin hat im Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank einem Insider zufolge auch Informationen von der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen angefordert. Das Material solle schnell ausgewertet werden, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Ob danach eine formelle Prüfung eingeleitet werde, sei noch offen. Die Deutsche Bank hatte am Montag bestätigt, dass sie als Korrespondenzbank für die Danske Bank in Estland tätig war und für diese Zahlungen abwickelte.

Die estnische Filiale der Danske Bank steht im Zentrum eines Geldwäsche-Skandals, der die Danske Bank seit Monaten erschüttert. Eine interne Untersuchung des Instituts hatte ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Gelder von 200 Milliarden Euro (230 Milliarden Dollar) verdächtig gewesen sei.

Am Montag hatte Howard W., der von 2007 bis 2014 unter anderem für die estnische Filiale der Danske Bank verantwortlich war, gemutmaßt, dass wohl bis zu 150 Milliarden Euro über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien.

Aktie der Deutschen Bank bricht ein

Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen brach daraufhin in einem ohnehin schwachen Gesamtmarkt um rund 4 Prozent ein und notierte zuletzt bei 8.15 Euro. Das ist das tiefste Niveau seit mehr als 10 Jahren.

Howard W. nannte die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen zwar nicht beim Namen. Wie Reuters und andere Medien aber erfahren hatten, ist das Frankfurter Institut zusammen mit den beiden US-Großbanken JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen und Bank of America Börsen-Chart zeigen in dem prominenten Fall im Visier der Ermittler. Die drei Banken waren für die Danske-Filiale in Estland als sogenannte Korrespondenzbanken tätig.

"Ich würde schätzen, dass 150 Milliarden Dollar über diese spezielle Bank (die große europäische Bank) geflossen sind", sagte W. vor dem Ausschuss. "Niemand weiß wirklich, wohin dieses Geld floss. Alles was wir wissen ist, dass die letzten, die es gesehen haben, Leute von diesen drei Banken in den USA waren. Sie waren die letzte Kontrolle, und als diese schief lief, war das Geld im weltweiten Finanzsystem."

Die Deutsche Bank erklärte am Abend, sie sei als Korrespondenzbank für die Danske Bank in Estland tätig gewesen und habe für diese Zahlungen abgewickelt. "Wir haben die Geschäftsbeziehung 2015 beendet, nachdem verdächtige Aktivitäten festgestellt wurden", teilte die Bank weiter mit.

JP Morgan wollten die Aussagen aus Kopenhagen nicht kommentieren. Die Bank of America war zunächst nicht zu erreichen.

Danske Bank schon 2013 über Verdacht informiert

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass inzwischen auch Behörden und Strafermittler in den USA sich des Falles annehmen und Informationen von den drei beteiligten Banken angefordert haben. Demnach sind an der Untersuchung die Staatsanwaltschaft von New York, die Börsenaufsicht SEC, das Justizministerium und das Finanzministerium beteiligt. Alle drei Banken haben ihre Geschäftsbeziehungen zur Danske Bank in Estland schon vor Jahren beendet. Die Geldhäuser sind nicht selbst Ziel der Ermittlungen, die Behörden suchen lediglich nach Hinweisen über die Praktiken bei der Danske Bank.

W. erklärte vor dem Parlamentausschuss weiter, er habe die Führung der Danske Bank früh - bereits 2013 - über seinen Verdacht informiert, dass es zu illegalen Praktiken gekommen sei. Im höheren Management habe sich jedoch niemand für seinen Verdacht interessiert. Ihm sei stattdessen Geld dafür geboten worden, nicht über die Affäre zu sprechen. Im April 2014 sei ihm klar geworden, dass das Geldhaus überhaupt nicht die Absicht habe, irgendetwas dagegen zu unternehmen. In zwei Tagen soll der Brite auch vor dem Sonderausschuss des EU-Parlaments zur Finanzkriminalität aussagen.

Durch die Anhörungen soll herausgefunden werden, wo genau die Bank und die Aufseher in Dänemark und Estland versagt haben. In dem Geldwäscheskandal ermitteln Staatsanwälte in Dänemark, Estland und den USA. Eine interne Untersuchung des Instituts ergab, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Gelder von 200 Milliarden Euro (230 Milliarden Dollar) verdächtig gewesen sei. Die Bank hat mangelhafte Geldwäsche-Kontrollen in Estland eingeräumt. Über die Affäre, die die Bank teuer zu stehen kommen dürfte, waren bereits der Vorstandsvorsitzende und der ehemalige Aufsichtsratschef gestolpert.

Der Skandal bei der Danske Bank ist beileibe nicht der erste Fall von Geldwäsche in großem Stil, in den europäische Geldhäuser involviert sind. Beispielsweise mussten in den vergangenen Jahren die Deutsche Bank und die niederländische Großbank ING hohe Strafen zahlen, weil sie Kunden beim illegalen Transfer von Geld geholfen hatten. Im Fall der Danske Bank gehen Experten davon aus, dass die Strafen bis zu 800 Millionen Euro betragen könnte.

mg/rtr

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