Montag, 25. März 2019

Geldwäscheskandal Danske Bank im Visier der europäischen Bankenaufsicht

Danske Bank in Tallin: Offenbar wurden rund 200 Milliarden Euro über diese Filiale gewaschen

Die EU-Kommission hat die europäische Bankenbehörde EBA darum gebeten, die Kontrollmechanismen bei der in einen Geldwäscheskandal verwickelten estländischen Niederlassung der dänischen DanskeBank zu überprüfen. Damit bestätigte die Brüsseler Behörde am Sonntagabend einen Bericht der "Financial Times".

Die EBA solle herausfinden, was bei dem Geldhaus schiefgelaufen sei. Die Kommission habe zudem Briefe an die Regierungen in Dänemark und Estland mit der Bitte um Informationen geschrieben.

Eine interne Untersuchung bei der Danske Bank hatte ergeben, dass der größte Teil des zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Geldes von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Auf einer Liste tauchten dabei vor allem britische und russische Firmen auf. 2013 hatte die Niederlassung nach Angaben der Bank mehr als 1000 in Großbritannien registrierte Kunden, gefolgt von Firmen aus Russland, den Virgin Islands und Finnland.


Lesen Sie hier, was Estlands Notenbankchef zu dem Geldwäscheskandal sagt


Sowohl in Dänemark als auch in Estland ermitteln bereits Staatsanwälte gegen die Danske Bank. In dem Skandal nahm zudem zuletzt Bankchef Thomas Borgen den Hut. Borgen war zwischen 2009 und 2012 für die internationalen Geschäfte des Instituts und damit auch für Estland zuständig.

mg/rtr

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