Samstag, 3. Dezember 2016

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Coba-Aktie steigt zweistellig Ein Lächeln und Dividende zum Abschied

"Wieder eine ganz normale Bank": Commerzbank-Chef Martin Blessing zieht zum letzten Mal Bilanz:

Die Commerzbank hat erstmals seit fünf Jahren wieder einen Milliardengewinn erwirtschaftet, und eine Dividende soll es auch geben. So verabschiedet sich Coba-Chef Martin Blessing in bester Erinnerung.

Während die Deutsche Bank mit rund 6,8 Milliarden Euro den größten Verlust ihrer Unternehmensgeschichte verkraften muss und die Dividende gleich für zwei Jahre gestrichen hat, ist die lange gescholtene Commerzbank in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Angetrieben von einem kräftigen Wachstum im Privatkundengeschäft hat die Coba erstmals seit fünf Jahren wieder einen Milliardengewinn erzielt. Das Institut vervierfachte seinen Überschuss 2015 fast auf 1,06 Milliarden Euro, wie es am Freitag mitteilte. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Erstmals seit der Finanzkrise will das Geldhaus ihnen eine Dividende zahlen - der Vorstand stellt 20 Cent pro Anteilsschein in Aussicht.

Das ist Balsam auf die geschundenen Seelen der Commerzbank-Aktionäre: Die Aktie der Commerzbank Börsen-Chart zeigen schnellte am Freitag zu Handelsbeginn um 13 Prozent in die Höhe. Zuvor hatten Anleger aus Angst vor einer deutlichen Konjunkturabkühlung und Kreditausfällen im Finanzsektor Banktitel gleich reihenweise aus ihren Depots geworfen. Die Aktie der Coba war in den vergangenen fünf Tagen um 10,4 Prozent, die der Deutschen Bank um 9,4 Prozent abgerutscht. Am Freitag legte die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen 4,4 Prozent zu.

Für Blessing scheint damit jetzt der richtige Zeitpunkt zum Abschied gekommen. Anfang November hatte der 52-Jährige angekündigt, er werde seinen im Oktober 2016 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. "Die Bank steht heute wieder stabil da. Wenn wir im Frühjahr 2016 dann auch wieder eine Dividende zahlen, sind wir wieder eine ganz normale Bank. Das ist dann, glaube ich, ein geeigneter Zeitpunkt für einen Führungswechsel", erklärte Blessing.

Aufsichtsratschef Müller: "Ich klebe nicht an meinem Stuhl"

Kurz nach seinem Amtsantritt im Mai 2008 hatte die deutsche Nummer zwei mitten in der Finanzkrise die strauchelnde Dresdner Bank übernommen und musste in der Folge selbst mit mehr als 18 Milliarden Euro Steuergeldern vom Staat gerettet werden.

Bis heute ist der Bund mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär des Dax -Konzerns. Blessing musste sich als "Staatsbanker" verulken lassen - doch der Marathonläufer zeigte Kämpferqualitäten und biss sich durch. Inzwischen zahlt sich der massive Umbau der in der Finanzkrise teilverstaatlichten Bank aus, den Blessing 2012 einleitete.

Vorzeitiger Abgang? Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller stand zuletzt in der Kritik
Wer die Commerzbank künftig führen wird, ist offen. Ein personeller Umbruch steht zudem im Aufsichtsrat bevor: Auch für den langjährigen Chefkontrolleur Klaus-Peter Müller sucht die Bank einen Nachfolger.

Commerzbank -Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller kann sich einen vorzeitigen Abschied vorstellen. "Ich hänge an der Bank, aber ich klebe nicht an meinem Stuhl", erklärte Müller in einem am Freitag veröffentlichten Interview im Intranet der zweitgrößten deutschen Bank. Müller ist bis zum Frühjahr 2018 gewählt. "Notwendigen Veränderungen werde ich nicht im Wege stehen, dafür liegt mir das Wohl unserer Bank viel zu sehr am Herzen", reagierte er auf die in Medienberichten geäußerte Forderung nach einem kompletten Neuanfang bei der Commerzbank. Noch im November hatte Müller betont, er wolle seinen Vertrag erfüllen.

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rei/reuters/dpa

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