Montag, 20. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Finanzinvestor Cerberus prüft Einstieg bei Commerzbank

Ein gutes Investment? Der Finanzinvestor Cerberus sieht das offenbar so

Die Hoffnung auf bessere Zeiten für die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank lockt offenbar die Investmentgesellschaft Cerberus an.

Der Finanzinvestor, der in Europa zum Beispiel die Mehrheit an der österreichischen Bank Bawag hält, erwägt laut Nachrichtenagentur Bloomberg eine Minderheitsbeteiligung am zweitgrößten börsennotierten deutschen Geldhaus. Es sei aber noch keine Entscheidung über die Höhe des möglichen Engagements gefallen, heißt es in dem Bericht.

Es sei zudem unsicher, ob sich Cerberus überhaupt zu einem Engagement bei der Commerzbank durchringt. Grundsätzlich glaube der Investor aber an eine Erholung des Bankensektors und wolle daher hier investieren.

Cerberus wird auch ein Interesse an der HSH Nordbank nachgesagt. Diese muss auf Druck der EU von ihren Eigentümern Hamburg und Schleswig-Holstein verkauft werden. Weder die Commerzbank noch Cerberus wollten sich gegenüber Bloomberg zu den Informationen äußern.

Commerzbank notiert klar unter Buchwert - Aktie legt weiter zu

Die Marktkapitalisierung der Bank beläuft sich trotz einer deutlichen Erholung des Aktienkurses aktuell mit 13,6 Milliarden Euro nur auf etwa die Hälfte des Buchwerts. Die Commerzbank ist damit deutlich niedriger bewertet als die meisten ihrer Konkurrenten.

Das Papier der Bank war Mitte August auf das Rekordtief von 5,175 Euro abgestürzt, konnte sich aber inzwischen um mehr als 110 Prozent auf knapp 11 Euro erholen.

Allein in den vergangenen 5 Tagen hat das Papier um mehr als 10 Prozent zugelegt. Der Bloomberg-Bericht sorgte am Donnerstag für weitere Kursgewinne.

Trotz dieser Rally gehören die Commerzbank-Aktien zu den größten Verlierern unter den europäischen Bank-Aktien in den vergangenen Jahren - also seit der Finanzkrise. Seit dem Sommer 2007 büßte der Kurs knapp 95 Prozent ein.

Anders als viele andere Banken, die in der Finanzkrise vom Staat aufgefangen werden mussten, befindet sich die Commerzbank auch immer noch zum Teil im Staatsbesitz. Derzeit hält der Staat noch etwas mehr als 15 Prozent der Anteile.

dpa-afx

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH