Donnerstag, 21. Juni 2018

Verlust im vierten Quartal US-Steuerreform kostet Citigroup 22 Milliarden Dollar

Citigroup: 18 Milliarden Dollar Verlust im vierten Quartal - die einmaligen Kosten durch die Steuerreform belasten

Die US-Steuerreform kommt die US-Großbank Citigroup Börsen-Chart zeigen teuer zu stehen. Wegen der deshalb fälligen Belastungen in Höhe von rund 22 Milliarden Dollar verbuchte die Bank im vierten Quartal einen Verlust von 18,3 Milliarden Dollar, wie die Citigroup am Dienstag in New York mitteilte. Der einmalige Aufwand durch die kurz vor Weihnachten durch US-Präsident Donald Trump in Kraft gesetzte Steuerreform in den USA bezifferte das Geldhaus auf 22 Milliarden Dollar.

Bereinigt um diese Belastungen steigerte Citigroup ihren Gewinn um 4 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Zugleich kündigte die Bank an, an der geplanten Mega-Ausschüttung festzuhalten und mittelfristig 60 Milliarden Dollar an die Aktionäre auszuschütten. Damit stieß sie am Kapitalmarkt auf Wohlgefallen: Die Aktie des Bankhauses legte in einer ersten Reaktion auf die Quartalszahlen um rund 2 Prozent zu.

Citi will mindestens 60 Milliarden Dollar ausschütten

Die Erträge im Handel mit Anleihen gingen wegen der Zurückhaltung der Kunden und extrem niedriger Schwankungen an den Finanzmärkten um 18 Prozent zurück. Dank der Stärke des Geschäfts mit Verbrauchern konnte die Bank ihre Gesamterträge im vierten Quartal dennoch um ein Prozent auf 17,26 Milliarden Dollar steigern.

Vor diesem Hintergrund versicherte Bankchef Michael Corbat den Aktionären, in den kommenden Jahren wie geplant mindestens 60 Milliarden Dollar an sie auszuschütten. "Die Steuerreform ändert nichts an unseren Plänen", sagte Corbat.

Steuerlicher Wert der Alt-Verluste und Verlustvorträge fällt deutlich

Die Belastung durch die von Präsident Donald Trump forcierte Reform fiel sogar noch höher aus als gedacht: Im Dezember war von rund 20 Milliarden Dollar die Rede - nun sind es 22 Milliarden Dollar, die das Geldhaus abschreiben muss. Der Großteil der Belastung geht auf sogenannte Verlustvorträge zurück - dabei können frühere Verluste mit künftigen Gewinnen verrechnet werden und somit die Steuerlast drücken.

Weil im Zuge der Reform der Steuersatz aber insgesamt sinkt, sind Verlustvorträge nun weniger wert. Ein kleinerer Teil der Belastung geht auf eine Sonderabgabe auf im Ausland geparkte Gewinne zurück.

la/dpa/reuters

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