Dienstag, 19. März 2019

Brexit lässt Finanzplatz schrumpfen Firmen ziehen eine Billion Dollar aus London ab

Finanzviertel von London: Nach dem Brexit dürfte es an der Themse ruhiger werden.

Deal oder No-Deal - noch ist nicht klar, in welcher Form der Brexit vollzogen wird. Eins steht jedoch offenbar schon seit Langem fest: Für den Finanzplatz London wird der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union mit erheblichen Einbußen verbunden sein.

Eine Vorstellung von der Dimension, um die es dabei geht, gibt eine aktuelle Erhebung der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY). Demnach planen Unternehmen aus der Finanzbranche im Zuge des Brexits Vermögenswerte im Volumen von etwa 800 Milliarden Pfund (rund eine Billion Dollar oder knapp 900 Milliarden Euro) aus der britischen Hauptstadt abzuziehen und in den restlichen Teil Europas zu verlegen.

EY zufolge handelt es sich bei der Zahl um eine vorsichtige Schätzung. Das tatsächliche Volumen abgezogener Assets könnte also noch deutlich höher ausfallen. Eine andere Erhebung, aus der die Nachrichtenseite Bloomberg zitiert, taxiert alleine das Volumen, das im Zuge des Brexits aus London an den deutschen Finanzplatz Nummer eins Frankfurt verlagert wird, auf rund 800 Milliarden Euro. EY zufolge beruht deren aktuelle Angabe aus einer Befragung von 20 Banken, Versicherungen und anderen Investmentfirmen.

Nicht nur Vermögenswerte werden indes von London an andere Orte transferiert. Folgerichtig fallen in der Themse-Metropole auch eine Vielzahl an Jobs in der Finanzindustrie weg. Nach Angaben von EY liegt die Zahl der Stellen, die durch den Brexit in London verloren gehen, bei mehr als 7000.

cr

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