Mittwoch, 20. März 2019

Verdacht auf Absprachen im Anleihe-Handel EU-Kommission ermittelt gegen mögliches Banken-Kartell

Bankenviertel in Frankfurt: EU nimmt vier europäische Banken unter die Lupe

Die Wettbewerbshüter der EU nehmen vier Banken wegen möglicher illegaler Absprachen beim Handel mit US-Dollar-Anleihen unter die Lupe. Es bestehe der Verdacht, dass die Geldinstitute zwischen 2009 und 2015 sensible Geschäftsinformationen ausgetauscht und die Preise bei bestimmten Dollar-Anleihen manipuliert hätten, hieß es am Donnerstag aus der EU-Kommission. Die Kontakte kamen demnach hauptsächlich über Online-Chatrooms zustande. Um welche Banken es sich handelt, teilte die Brüsseler Behörde nicht mit.

Untersucht würden Geschäfte mit supranationalen, staatlichen und halbstaatlichen Anleihen in US-Dollar. Den vier Banken seien die entsprechenden Beschwerdepunkte übermittelt worden. Sollte sich der Verdacht erhärten, droht den Geldhäusern eine Strafe in Milliardenhöhe. Dem Ergebnis der Untersuchung könne aber noch nicht vorgegriffen werden, hieß es von der EU-Kommission.

Deutsche Bank spricht von proaktiver Zusammenarbeit

In Kartellverfahren können Strafen teils deutlich reduziert werden, wenn die Betreffenden mit der EU-Kommission kooperieren. Durch die sogenannte Kronzeugenregelung kann zudem dasjenige Unternehmen, das das Kartell anzeigt, straffrei davonkommen.

"Die Deutsche Bank hat in dieser Angelegenheit proaktiv mit der Kommission zusammengearbeitet und erwartet keine Geldstrafe", sagte ein Sprecher von Deutschlands größtem Geldhaus. "Da es sich um eine laufende Untersuchung handelt, können wir nicht weiter kommentieren."

la/dpa

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