Sonntag, 4. Dezember 2016

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Staatsanwalt ermittelt weiter Eigentümer lässt Maple Bank fallen

Im Herzen von Frankfurt: Die Finanzaufsicht hat die Maple Bank geschlossen. Dem Geldhaus droht die Überschuldung im Zuge wegen ihrer Verwicklung in umstrittene Dividenden-Geschäfte

Einer der kanadischen Eigentümer der geschlossenen Maple Bank lässt das Frankfurter Institut offenbar fallen. Die National Bank of Canada schreibt ihre 165 Millionen kanadische Dollar schwere Beteiligung an Maple Financial ab, teilte das Institut mit. Die National Bank hält 24,9 Prozent an der Muttergesellschaft der Maple Bank.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte die Maple Bank am Wochenende für den Publikumsverkehr geschlossen. Der kleinen Investmentbank mit einer Bilanzsumme von fünf Milliarden Euro droht wegen ihrer Verwicklung in umstrittene Cum-Ex-Geschäfte mit Dividendenpapieren eine Steuerrückstellung, die ihr Eigenkapital aufzehren könnte. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt in dem Fall.

Die National Bank of Canada betonte, sie und ihre Mitarbeiter seien in diese Geschäfte nicht verwickelt und nicht Gegenstand von Ermittlungen. Sollte sie als Eigentümer Dividenden erhalten haben, die zum Teil auf Steuerbetrug bei der Maple Bank zurückzuführen seien, wolle sie sich mit den Behörden über deren Rückzahlung verständigen. Mit großen Summen sei dabei aber nicht zu rechnen.

Auch zahlreiche andere Banken und Einzelpersonen stehen im Verdacht, ähnliche Geschäfte rund um die Dividendentermine von Aktiengesellschaften betrieben zu haben. Dabei soll regelmäßig Kapitalertragssteuer hinterzogen worden sein, so dass insgesamt ein Steuerschaden von rund 10 Milliarden Euro entstanden sein könnte. Die Schließung der Maple Bank wird als Beleg für ein härteres Vorgehen der Behörden gewertet.

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