Donnerstag, 29. September 2016

Zirkel-Geschäfte mit hauseigenem Fonds Anleger lassen Promi-Bank Mainfirst fallen

Die Sache mit den dunklen Wolken. Skyline von Frankfurt, dem Sitz der Bank Mainfirst, der jetzt die Anleger davonlaufen.

Die Eigentümer der Frankfurter Investmentbank Mainfirst haben einem hauseigenen Fonds einen Teil ihrer Anteile untergeschoben. Seit Manager Magazin Online den delikaten Deal aufdeckte, treten Investoren in Scharen die Flucht an. Schon jetzt sind rund 300 Millionen Euro abgeflossen.

Olgerd Eichler gehört zu den Stars der deutschen Investmentbranche. Ob früher bei Union Investment oder seit 2007 bei der Frankfurter Promibank Mainfirst - der 51-Jährige investiert aggressiv und erfolgreich, seine Fonds fahren fast immer satte Renditen ein. Bestes Beispiel ist der Mainfirst European Top Ideas Fund, der vier der vergangenen fünf Jahre mit einem Plus von mindestens 22 Prozent abschloss. Dem Branchendienst Citywire zufolge bedeutet dies mit einer Gesamtperformance von 204,7 Prozent Platz 2 unter 309 europäischen Aktienfonds.

Kein Wunder also, dass viele Investoren Eichler seit Jahren blind folgen. Nun aber sieht es so aus, als habe sich Eichler verzockt.

Am Morgen des 24. April 2014 konnten seine Anleger bei manager magazin online von einem fragwürdigen Deal lesen: Die Partner von Mainfirst - darunter Olgerd Eichler und prominente Topbanker wie der ehemalige LBBW-Chef Siegfried Jaschinski - haben eigene Anteile an ihrer Investmentbank dem Top Ideas Fund untergeschoben. Konkret: Einen Teil jenes Aktienpakets, das die Partner kurz zuvor dem Mainfirst-Gründer Patrick Bettscheider bei dessen Ausscheiden abgekauft hatten. Rund 17 Millionen Euro flossen aus dem milliardenschweren Publikumsfonds in die Taschen der Bankeigner.

Eichler will in dem Geschäft nichts Fragwürdiges erkennen: Mainfirst sei ein "sehr ertrags- und kapitalstarker Wachstumswert", meint der Starinvestor. Die Bank - übrigens nicht an der Börse notiert - passe daher "perfekt in die Stock-picking-Strategie" seines Fonds. Doch viele Anleger sehen das offenbar anders.

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