Dienstag, 20. November 2018

Aktienrückkauf in Milliardenhöhe Geld für Aktionäre statt für Übernahmen - Allianz zieht Aktien ein

Allianz-Chef Oliver Bäte: Neues Aktienrückkaufprogramm startet

Europas größter Versicherer Allianz gibt früher als erwartet weiteres Geld an seine Aktionäre zurück. Bis Ende September will der Dax-Konzern eigene Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen, wie er am Montagabend in München mitteilte. Den vorangegangenen Aktienrückkauf über zwei Milliarden Euro vom Jahresbeginn hatte der Versicherer erst Anfang Mai abgeschlossen.

Damit scheint die Allianz nach den Deals zu Liverpool Victoria und Euler Hermes derzeit keine größere Übernahme zu planen.

Analysten hatten angesichts der dicken Kapitaldecke des Konzerns darauf spekuliert. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Starten soll das neue Rückkaufprogramm an diesem Mittwoch. Die erworbenen Papiere will Allianz einziehen, so dass sich die Zahl der Aktien am Markt verringert. Dadurch sollte der Wert der verbleibenden Papiere steigen.

Trotz des geplanten Aktienrückkaufs will die Allianz ihre Kosten eindämmen. In Deutschland plant der Versicherer nach Informationen von manager Magazin rund 5000 Jobs zu streichen.

Erworbene Aktien werden eingezogen - Wert der übrigen Papiere steigt

Die Allianz hatte Anfang 2017 Aktienrückkäufe gestartet. Anlass war eine selbst gesetzte Regel, nach der der Konzern überschüssiges Kapital, das er nicht für Übernahmen oder anderes Wachstum benötigt, alle drei Jahre an die Aktionäre zurückgibt. Diese Regel wurde zwar wieder gestrichen. Allerdings erklärte die Allianz, überschüssiges Kapital künftig flexibel an die Aktionäre zurückzugeben.

Hintergrund ist, dass die Allianz auf der Suche nach geeigneten Übernahmezielen die ganz große Gelegenheit bisher nicht gefunden hat. Konzernchef Oliver Bäte hatte erklärt, in der Sachversicherung zukaufen zu wollen. Allerdings seien die Preise für Unternehmen zu hoch.

Im vergangenen Jahr hatte die Allianz die Übernahme des britischen Versicherers Liverpool Victoria angeschoben, die sich am Ende auf gut eine Milliarde Euro belaufen dürfte. Zuletzt steckten die Münchner zwei Milliarden Euro in die Komplettübernahme des Kreditversicherers Euler Hermes.

la/dpa/reuters

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