Freitag, 14. Dezember 2018

HypoVereinsbank Unicredit prüft Börsengang der HVB

Die HypoVereinsbank (HVB) könnte möglicherweise bereits 2014 an die Börse zurückkehren. Laut "Spiegel" prüft die Konzernmutter Unicredit, einen Minderheitsanteil an den Markt zu bringen, um das eigene Kapitalpolster zu stärken.

Frankfurt - Der italienische Mutterkonzern Unicredit prüfe, einen Minderheitsanteil an den Aktienmarkt zu bringen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Investmentbanken würden bereits bei der Unicredit-Führung und bei den Sparkassen-Stiftungen, den einflussreichsten Aktionären der Mailänder Bank, für einen IPO der Münchener HVB werben.

Mit den womöglich milliardenschweren Einnahmen aus dem Gang aufs Börsenparkett könnte die unter der Rezession in Italien leidende Unicredit ihr Kapitalpolster stärken. Damit könnte das Mailänder Institut, das 2005 die HVB übernommen hatte, dem Bilanztest der Europäischen Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr gelassener entgegenblicken.

Verkaufte Unicredit 15 bis 25 Prozent der HVB-Aktien über die Börse und gäbe zusätzlich neue Aktien aus, könnte das Milliarden bringen, berichtete "Der Spiegel" unter Berufung auf Investorenkreise. Ein HVB-Sprecher sagte dazu am Sonntag: "Das Management der HypoVereinsbank hat keine Kenntnis über einen geplanten Börsengang der Bank." Von UniCredit war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Münchener HVB ist wichtige Stütze für UniCredit

Die HVB ist für ihre italienische Mutter UniCredit eine wichtige Stütze. Das Münchener Institut, bei dem der Großteil des UniCredit-Investmentbankings gebündelt ist, erzielte im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 415 Millionen Euro. Der Bankkonzern insgesamt erreichte nur 361 Millionen Euro, obwohl auch die für das Osteuropa-Geschäft zuständige Bank Austria 281 Millionen Euro beisteuerte.

Während die Rückstellungen für faule Kredite in Italien und bei der Bank Austria nach oben schossen, hat die HVB im zweiten Quartal sogar mehr Risikovorsorge aufgelöst als sie neu bildete. HVB-Chef Theodor Weimer hatte im August erklärt, dass um einen 400 Millionen Euro schweren Sondereffekt bereinigte Vorjahresergebnis vor Steuern wieder erreichen zu wollen. Das waren gut 1,6 Milliarden Euro.

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