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19.04.2013
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Commerzbank
"Blessing hat die Bank ruiniert"

Von Ulric Papendick

Martin Blessing: Der Commerzbank muss sich der Kritik der Aktionäre stellen - und sich die neunte Kapitalerhöhung seit August 2008 absegnen lassen
DPA

Martin Blessing: Der Commerzbank muss sich der Kritik der Aktionäre stellen - und sich die neunte Kapitalerhöhung seit August 2008 absegnen lassen

Die schwierige Lage der Commerzbank sei auf Managementfehler zurückzuführen, meint Analyst und Bankenexperte Dieter Hein. Die Aktionäre sollten Commerzbank-Chef Martin Blessing und Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller deshalb auf der heutigen Hauptversammlung vor die Tür setzen.

mm: Herr Hein, das Management der Commerzbank will sich auf der heutigen Hauptversammlung eine milliardenschwere Kapitalerhöhung genehmigen lassen. Sollten die Aktionäre zustimmen?

Hein: Auf keinen Fall. Das ist bereits die neunte Kapitalerhöhung der Commerzbank seit August 2008, seit der Ankündigung also, die Dresdner Bank übernehmen zu wollen. Die anstehende Kapitalmaßnahme eingerechnet hat das Management der Bank von den Aktionären 19,2 Milliarden Euro an frischem Kapital eingesammelt. Soviel Geld ist notwendig, um die Lücken zu schließen, die Martin Blessing und seine Mannschaft in die Kapitalausstattung der Bank gerissen haben. Und das bei einer Bank, die an der Börse gerade mal noch 6,7 Milliarden Euro wert ist.

mm: Investoren befürchten, dass auch die nun zum Verkauf anstehenden Aktien nur mit einem gewaltigen Preisnachlass verkauft werden können, die Rede ist von 40 Prozent. Das würde den ohnehin am Boden liegenden Aktienkurs abermals belasten. Macht eine Kapitalmaßnahme zu solchen Bedingungen Sinn?

Hein: Aus Sicht der Aktionäre mit Sicherheit nicht - mit Ausnahme natürlich der beiden Anteilseigner, die das Geld bekommen sollen...

mm: ...Sie meinen den staatseigenen Soffin-Fonds und die Allianz Chart zeigen .

Hein: Genau. Für alle anderen Eigentümer bedeutet die anstehende Kapitalerhöhung eine enorme Verwässerung. Nach diesem neuerlichen Aktienverkauf dürfte sich die Zahl der Commerzbank-Papiere seit der Dresdner-Übernahme rund verfünfzehnfacht haben. Der Aktienkurs ist in dieser Zeit von über 20 Euro auf nur noch rund einen Euro geschrumpft. Deshalb ist es auch völlig unverständlich, dass die Commerzbank Chart zeigen ausgerechnet jetzt neue Aktien verkaufen will. Es besteht ja gar keine Not, dass vom Bund gewährte Eigenkapital zurückzuzahlen. Damit könnte man warten, bis es der Bank und ihrem Aktienkurs wieder besser geht.

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