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26.02.2013
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Wirtschaftsprozess
Die umstrittenen Immobiliendeals von Sal. Oppenheim

Von Sören Jensen

Ab Mittwoch rollt das Kölner Landgericht den größten Finanzskandal der jüngsten deutschen Geschichte auf. Im ersten Strafprozess gegen vier Ex-Oppenheim-Banker und deren früheren Immobilienpartner Josef Esch geht es vor allem um drei fragwürdige Immobiliendeals.

Christopher Freiherr von Oppenheim: Der Banker soll eine zugesagte Teilübernahme der Baukosten für eine Villa in Marienburg nicht geleistet haben. Die an die Bank gezahlte Miete habe zudem deutlich unter Marktniveau gelegen
DPA

Christopher Freiherr von Oppenheim: Der Banker soll eine zugesagte Teilübernahme der Baukosten für eine Villa in Marienburg nicht geleistet haben. Die an die Bank gezahlte Miete habe zudem deutlich unter Marktniveau gelegen

Ab Mittwoch müssen sich vier ehemalige persönlich haftende Gesellschafter des traditionsreichen Bankhauses Sal. Oppenheim vor dem Kölner Landgericht wegen Untreue in besonders schweren Fällen verantworten. Auf der Anklagebank sitzen der einstige Institutsleiter Matthias Graf von Krockow (63), Christopher Freiherr von Oppenheim (47), Friedrich Carl Janssen (68) und Dieter Pfundt (60). Auch der frühere Oppenheim-Geschäftspartner Josef Esch ist angeklagt. Im Zentrum der Anklage stehen zunächst drei fragwürdige Immobiliendeals.

Der erste Vorwurf: 2005 hatte die Bank eine Villa im Kölner Nobelviertel Marienburg gekauft und zu einem Domizil mit fast 1000 Quadratmetern Wohnfläche umbauen lassen. Dort zog Jeane Freifrau von Oppenheim ein, die Mutter des damaligen persönlich haftenden Bankgesellschafters Christopher Freiherr von Oppenheim.

Laut Staatsanwaltschaft habe die Bankführung viel zu viel für Erwerb und Umbau aufgewandt. Die an die Bank gezahlte Miete von jährlich 350.000 Euro habe demgegenüber deutlich unter Marktniveau gelegen - angemessen wäre fast das Doppelte gewesen. Zudem habe Christopher von Oppenheim eine zugesagte Teilübernahme der Baukosten in Höhe von drei Millionen Euro nicht geleistet. Der Gesamtschaden für die Bank betrage 8,6 Millionen Euro.

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Justitia - Sabine Grobecker leitet den Oppenheim-Prozess

  • Lebenslang
    Die 50-jährige Sabine Grobecker ist seit 1997 Richterin auf Lebenszeit. Sie gilt als selbstbewusst und hoch qualifiziert. Am Landgericht Köln hat sie sowohl eine Zivil- als auch eine kleine Strafkammer geleitet. Grobecker interessiert sich für Kunst und ist häufig auf Ausstellungseröffnungen anzutreffen.
  • Bewährung
    Dass sie mit dem Vorsitz der 16. Großen Strafkammer und dem Oppenheim-Prozess betraut wurde, ist ebenso Auszeichnung wie Bewährungsprobe für höhere Weihen. Sie werde sich im Verfahren von vornherein Respekt verschaffen und entschieden gegen Störmanöver der Verteidiger vorgehen, glauben Kölner Juristen.

Grosser Andrang bei Gericht - Sal. Oppenheim drohen weitere Prozesse

  • Verklagt
    Emsigster Kläger gegen Sal. Oppenheim und Josef Esch ist der Schuhhändler Heinz-Horst Deichmann. Ihm haben sich andere wie Ex-VW-Chef Carl Hahn angeschlossen. Die Klagen betreffen vor allem mehrere große Immobilienfonds in Köln. Deichmann & Co. fühlen sich getäuscht, weil die Bank und Esch sie über Interessenverflechtungen und Risiken nicht aufgeklärt hätten. Die Beklagten weisen das zurück. Die Vorsitzende Richterin am Landgericht Bonn, die über ein gutes Dutzend ähnlicher Klagen zu entscheiden hat, machte den Klägern wenig Hoffnung.
  • Verloren
    Die erste Niederlage gegen Sal. Oppenheim und Esch hat der Erbe Wilhelm von Finck junior in Bonn kassiert. Finck, der Anteile an zwei Karstadt-Warenhaus-Fonds geerbt hat, forderte 47 Millionen Euro Schadensersatz, weil die Fondsinitiatoren gegen ihre Auskunftspflichten verstoßen hätten. Das Gericht wies seine Klage Mitte November ab. Esch nahm das Urteil "mit großer Zufriedenheit" zur Kenntnis. Nun geht von Finck in Berufung.
  • Frustriert
    Auf einen Erfolg gegen Sal. Oppenheim hoffen dürfen die beiden ehemaligen Banker Axel Pfeil und Thomas Pachmann. Sie klagen in Köln und Frankfurt. Beide investierten in den Karstadt-Fonds in Potsdam. Der Vorsitzende Richter in Köln deutete an, dass er ihren Argumenten zuneigt. Kürzlich nahm der Frust der Karstadt-Fonds-Zeichner weiter zu: Arcandor-Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch fordert von den Fonds 34 Millionen Euro an bereits gezahlten Mieten zurück.
  • Entschlossen
    Weitere Verfahren dürften bald hinzukommen. Investoren wie der Industrielle Hubertus Benteler oder Maxdata-Gründer Holger Lampatz, die noch nicht geklagt haben, müssen das bald tun, wenn sie keine Verjährung riskieren wollen. Auch innerhalb der Bankierssippe werden Anwälte in Marsch gesetzt. Eine Gruppe von Ex-Sal.-Oppenheim-Gesellschaftern, darunter auch ein Familienmitglied, wird wohl demnächst Schadensersatzklage gegen die ehemalige Institutsführung einreichen - weil die ihre Anteile an der Bank weitgehend wertlos gemacht habe.

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