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10.02.2013
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Monte dei Paschi
Skandalbank bekommt Milliardeninfusion

Gut abgeschirmtes Institut: Die Bank Monte dei Paschi hat ihre Schieflage auch einer mutmaßlich überteuerten Übernahme zu verdanken
DPA

Gut abgeschirmtes Institut: Die Bank Monte dei Paschi hat ihre Schieflage auch einer mutmaßlich überteuerten Übernahme zu verdanken

Die italienische Notenbank eilt dem Traditions-Geldhaus Monte dei Paschi zu Hilfe. In Kürze werde bei dem Institut mit Sitz in Siena eine Milliardensumme eingehen, sagte Verwaltungsratschef Alessandro Profumo. Offenbar soll die Skandalbank um jeden Preis vor dem Exodus gerettet werden.

Bergamo - Die skandalgeschüttelte italienische Traditionsbank Monte dei Paschi rechnet mit einer baldigen Auszahlung der beantragten milliardenschweren Staatshilfen. Das Geldhaus werde die Kredite über 3,9 Milliarden Euro in sehr kurzer Zeit erhalten, sagte Verwaltungsratschef Alessandro Profumo am Samstag am Rande einer Konferenz in Bergamo.

Ende Januar hatte die italienische Notenbank den Antrag von Italiens ältester Bank gebilligt. Grünes Licht muss nun noch die EU-Kommission geben. Sie könnte Änderungen am Geschäftsplan von Monte dei Paschi verlangen, sagte Bankchef Fabrizio Viola.

Das Institut ist durch verlustträchtige Derivate- und andere Handelsgeschäfte in Bedrängnis gekommen. Die Bank gibt die Fehlbeträge aus drei problematischen Derivategeschäften mit 730 Millionen Euro an. Die Deals stehen im Zentrum von Ermittlungen gegen das frühere Management wegen mutmaßlichen Betrugs. Zwei dieser Geschäfte sind unter den Namen "Santorini" und "Alexandria" bekannt. Viola sagte nun, es gebe derzeit keine Verhandlungen, die beiden Derivatedeals zu restrukturieren.

Im Fokus steht ferner der neun Milliarden Euro schwere Kauf des Rivalen Banca Antonveneta im Jahr 2008, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise. Der Preis gilt als deutlich zu hoch. Die Strafverfolger in Monte Paschis Heimatstadt Siena untersuchen, ob damals Schmiergelder geflossen sind.

Berlusconi will Profit aus dem Skandal schlagen

Aus einem Bericht der italienischen Finanzpolizei geht hervor, dass die Bank seinerzeit mit Hilfe geheimer Absprachen zur Finanzierung des Deals gegen Auflagen der heimischen Notenbank verstoßen hat. Demnach hätte Monte Paschi ohne diesen Winkelzug die Übernahme womöglich gar nicht stemmen können.

Der Fall Monte dei Paschi ist in Italien kurz vor den Wahlen zum Politikum geworden. Ins Zentrum rückte insbesondere die italienische Notenbank, die für die Bankenaufsicht zuständig ist. Sie wurde bis Herbst 2011 von Mario Draghi geleitet, der dann an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) wechselte. Ex-Premierminister Silvio Berlusconi will aus dem Skandal bei der Parlamentswahl in zwei Wochen Profit schlagen.

Draghi hatte sich jüngst gegen Kritik an seiner Amtsführung als Chef der Banca d'Italia verteidigt. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) bescheinigte der Notenbank eine gute Arbeit bei der Aufsicht über Italiens drittgrößtes Geldhaus.

Auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise erhielt Monte Paschi Ende 2011 wegen schwerwiegender Liquiditätsengpässe Spezialkredite der Notenbank. Deren Generaldirektor Fabrizio Saccomanni sagte ebenfalls am Rande der Konferenz in Bergamo, es habe sich um zwei Darlehen gehandelt, die in dieser Form an keine andere heimische Bank vergeben worden seien. Monte Paschi habe die Mittel als Sicherheit gebraucht, um sich Geld bei der EZB leihen zu können. Die Kredite seien rasch zurückgezahlt worden, ergänzte Saccomanni. Die EZB sei jederzeit über die Vorgänge informiert worden.

nis/rtr

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