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07.02.2013
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Landesbank
HSH Nordbank braucht mehr Garantien

Nur Fassade: HSH-Gebäude in Hamburg
HSH Nordbank

Nur Fassade: HSH-Gebäude in Hamburg

Die HSH Nordbank hat die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein gebeten, ihren Garantierahmen für das Institut auf zehn Milliarden Euro wieder auszuweiten. Die Bank will damit ihre Kernkapitalquote steigern. Experten bezweifeln, dass das ausreicht.

Hamburg - Die HSH Nordbank setzt auf höhere Staatsgarantien, um ausreichend Eigenkapital auszuweisen. Die Bank ersuche die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, den Garantierahmen von gegenwärtig sieben Milliarden Euro wieder auf die ursprüngliche Höhe von zehn Milliarden Euro auszuweiten, teilte die Bank am späten Mittwochabend in Hamburg mit.

Die Länder erklärten am Donnerstag, sie würden die erforderlichen Schritte zur Erhöhung der Garantie einleiten und die parlamentarischen Gremien fortlaufend darüber unterrichten. Durch die höhere Garantie würde die Kernkapitalquote der Bank nachhaltig gestärkt. Grundsätzlich sind die Länder und die Bank offen für die Beteiligung privater Investoren. Ob sich welche finden lassen, ist nicht absehbar.

Nach Ansicht des Hamburger Bankexperten Norbert Dieckmann braucht die HSH Nordbank für ein nachhaltiges Fortbestehen über die Garantien hinaus frisches Geld von privaten Kapitalgebern. "Die Probleme der HSH Nordbank sind durch eine Aufstockung des staatlichen Garantierahmens von sieben auf zehn Milliarden Euro nicht zu lösen", sagte Dieckmann. Damit könnte zwar die Eigenkapitalquote des Instituts verbessert werden. Die Kosten der Garantie würden jedoch die möglichen Gewinne der HSH Nordbank mehr oder weniger vollständig aufzehren und so die Bank zusätzlich belasten.

Bank muss für private Investoren attraktiv sein

Schon bislang arbeitet die Bank im Gegensatz zu anderen Landesbanken in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft und hat mit der Gruppe um den US-Investor J. Christopher Flowers einen privaten Miteigentümer. "Die Aktiengesellschaft ist ein Vorteil", sagte Dieckmann. "Entweder müsste Flowers seine Anteile aufstocken oder neue private Investoren gefunden werden." Bislang halten die von Flowers vertretenen Fonds rund 9,3 Prozent der HSH-Nordbank-Anteile.

Um die Bank für private Investoren attraktiv zu machen, müssten nach Einschätzung des Professors an der privaten EBC Hochschule in Hamburg mehrere Maßnahmen eingeleitet werden. "Die bisherige Abbaubank, wo die Altlasten lagern, müsste zu einer echten Bad Bank umgewandelt werden", forderte Dieckmann. Dann wäre die Bilanz von früheren Risiken bereinigt. Zudem müsse die Bank offensiv an die EU herantreten und die Reduzierung bereits verhängter Auflagen verlangen. "Das von der EU verhängte Verbot der Flugzeugfinanzierung muss rückgängig gemacht werden", erklärte der Wissenschaftler. "Die Bank kann das nicht tragen; sie braucht eine Ertragsquelle im Großanlagengeschäft, wenn die Neuausrichtung Erfolg haben soll."

Die HSH Nordbank ist vor allem durch die langwierige Krise in der Schifffahrt erneut unter starken Druck geraten, nachdem sich das Institut zunächst etwas stabilisiert hatte. Nun drohen neue Verluste; die Länder bemühen sich, das Institut über Wasser zu halten. Andernfalls drohen drastische Garantieleistungen, die ohne weiteres die Haushalte von Hamburg und Schleswig-Holstein sprengen könnten. In diesem Monat soll eine außerordentliche Hauptversammlung den neuen Aufsichtsratschef Thomas Mirow in das Gremium wählen, als Nachfolger von Hilmar Kopper. Zuvor war bereits der Vorsitzende des Vorstands ausgewechselt worden

cr/dpa-afx

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