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05.02.2013
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Bilanz 2012
Libor-Skandal brockt UBS Milliardenverlust ein

UBS-Zentrale in Zürich: Die Schweizer Bank will Anleihen von bis zu fünf Milliarden Franken zurückkaufen
REUTERS

UBS-Zentrale in Zürich: Die Schweizer Bank will Anleihen von bis zu fünf Milliarden Franken zurückkaufen

Zum ersten Mal seit der Finanzkrise muss die UBS wieder einen Milliardenverlust verbuchen. Vor allem die Verwicklung in den Libor-Skandal und der angekündigte Kahlschlag im Investmentbanking haben die Schweizer Großbank massiv belastet.

Zürich - Die Schweizer Großbank UBS ist wegen des radikalen Konzernumbaus und des Skandals um die Libor-Manipulation tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust fiel aber dank verschiedener Sondereffekte mit 2,5 Milliarden Franken nicht so hoch aus wie befürchtet.

Der Deutsche-Bank-Konkurrent kommt zudem beim Abbau von Risiken gut voran und hat daher trotz des Milliardenminus zu viel Geld. Die Bank will nun die Dividende um 50 Prozent auf 15 Rappen erhöhen und eigene Anleihen für bis zu fünf Milliarden Franken zurückkaufen.

Der seit November 2011 amtierende Chef Sergio Ermotti sieht darin erste Früchte seines Kurswechsels. "Wir haben im vergangenen Jahr entscheidende Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie erzielt und sind aus einer Position der Stärke in das Jahr 2013 gestartet", sagte er. Der 52-jährige will gemeinsam mit dem Ex-Bundesbank-Präsidenten Axel Weber, der seit knapp einem Jahr den Verwaltungsrat der Bank leitet, die Schatten der Finanzkrise abschütteln.

Aktie im Minus

Die Aktie der UBS schwankte zu Handelsbeginn stark auf und ab. Zwar lägen die Konzernzahlen über den Erwartungen, bei den Spartenergebnissen gebe es aber Licht und Schatten, hieß es von Analysten.

Die UBS ist einer der größten Verlierer der Finanzkrise. Zwischen 2007 und 2009 häufte die Schweizer Bank Verluste von 29 Milliarden Franken an und musste vom Staat aufgefangen werden. Und auch in den Jahren danach sorgte vor allem das Investmentbanking immer wieder für Verluste und negative Schlagzeilen. So musste die Bank im September 2011 eingestehen, dass der Händler Kweku Adoboli durch nicht autorisierte Geschäfte einen Verlust von rund zwei Milliarden Dollar verursacht hat. Der damals amtierende Konzernchef Oswald Grübel musste deswegen seinen Hut nehmen.

Neues Vergütungsmodell

Ermotti und Weber hatten daher im Oktober 2012 angekündigt, das teure Investmentbanking drastisch einzudampfen und bis zu 10.000 weitere Stellen zu streichen. Die Zahl der Angestellten soll damit auf 54.000 sinken. 2007 hatte die UBS noch mehr als 83.000 Beschäftigte.

Am Dienstag kündigte das Institut zudem ein neues Vergütungssystem an. Damit solle der Fokus zunehmend auf die mittel- und längerfristige Geschäftsentwicklung gesetzt werden. Für das abgeschlossene Jahr 2012 wurde der Bonus-Pool gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken verringert. Dies entspreche dem niedrigsten Stand seit Beginn der Finanzkrise und liege 42 Prozent unter dem Niveau von 2010, hieß es.

Die Bank reagiert mit ihrem umfassenden Umbau auf die Folgen der Finanzkrise und die Verschärfung staatlicher Vorgaben. 2012 sorgten der Kurswechsel und die hohe Strafe von 1,4 Milliarden Franken für die Manipulation des Referenzzinses Libor wieder einmal für ein tiefes Loch in der Gewinn- und Verlustrechnung. Der Verlust summierte sich auf 2,5 Milliarden Franken (rund 2 Mrd Euro). 2011 hatte die UBS noch 4,1 Milliarden Franken verdient.

Der erste Konzernverlust seit 2009 war erwartet worden. Die Bank selbst hatte vor Weihnachten allein für das vierte Quartal ein Minus von bis zu 2,5 Milliarden Franken in Aussicht gestellt. Für ihre Verwicklung in den Libor-Skandal hat die Bank im Dezember bereits eine Rekordstrafe von 1,4 Milliarden Franken gezahlt. Analysten hatten daher mit einem Jahresfehlbetrag von rund drei Milliarden Franken gerechnet.

mg/dpa/dpa-afx/rtr

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