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04.02.2013
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Rekordstand
Julius Bär verwaltet so viel Geld wie noch nie

Julius-Bär-Zentrale in Zürich: Knapp acht Milliarden Euro Neugeld sammelte die Privatbank 2012 ein
REUTERS

Julius-Bär-Zentrale in Zürich: Knapp acht Milliarden Euro Neugeld sammelte die Privatbank 2012 ein

Knapp 190 Milliarden Franken haben die Kunden der Privatbank Julius Bär im vergangenen Jahr anvertraut - so viel wie nie zuvor. Vor allem Vermögende aus den Schwellenländern brachten ihr Geld zu den Schweizern. Dennoch verzeichnete Julius Bär Einbußen beim Gewinn.

Zürich - Vermögende Kunden aus Schwellenländern haben der Schweizer Privatbank Julius Bär im Vorjahr zu einem verwalteten Vermögen in Rekordhöhe verholfen. Der größte börsennotierte reine Vermögensverwalter des Landes sammelte vor allem in Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Osteuropa 9,7 Milliarden Franken (7,8 Milliarden Euro) an Neugeld ein. Dagegen hätten Selbstanzeigen von deutschen Kunden bei den Steuerbehörden zu Abflüssen geführt.

Insgesamt kletterten die verwalteten Vermögen auf den Höchststand von 189 Milliarden Franken, wie Julius Bär Chart zeigen mitteilte. Neben den Neugeldzuflüssen sorgten auch die positiven Finanzmärkte für den Anstieg von 11 Prozent im Vergleich zu Ende 2011.

Im laufenden Jahr dürfte Bär das Wachstum beschleunigen. Das Institut bestätigte das mittelfristige Ziel einer jährlichen Neugeldrate von 4 bis 6 Prozent. Dazu kommt das kürzlich übernommene internationale Vermögensverwaltungsgeschäft der Bank of America Merrill Lynch (BofA), das schrittweise an Bär Übertragen wird. Anfang Februar übernahm Bär die erste Tochtergesellschaft und ihre elf Milliarden Franken an verwalteten Vermögen, so dass der Gesamtbestand die Marke von 200 Milliarden Franken übertraf.

Diesmal keine Sonderdividende

Bär rechnet damit, dass auf diesem Weg bis Ende 2014 bis zu 72 Milliarden Franken dazukommen. Die Zahl ist eine Schätzung, weil im Zuge von solchen Übernahmen jeweils ein kleinerer Teil der Kunden abspringt. Bär bezahlt nur für die Vermögen, die tatsächlich übertragen werden.

Trotz des Anstiegs der verwalteten Vermögen verdiente Bär 2012 weniger als im Vorjahr. Das Geldhaus machte dafür vor allem die weitere Abnahme der Kundenaktivität verantwortlich. Zudem musste Bär 38 Millionen für den Steuerstreit mit den USA aufwenden. Das Zürcher Institut ist eine von elf Schweizer Banken, gegen die die US-Behörden in Zusammenhang mit möglicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung eine Untersuchung laufen haben.

Insgesamt sank der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn um 4 Prozent auf 433 Millionen Franken. Der Reingewinn stieg dagegen um 15 Prozent auf 298 Millionen Franken und lag damit leicht über der Analystenerwartung von 281 Millionen Franken. Bär will eine Dividende von 0,6 Franken je Aktie auszahlen. Im Vorjahr hatte die Bank zusätzlich zur ordentlichen Dividende von 0,6 Franken eine Sonderdividende von 0,4 Franken ausgeschüttet.

mg/rtr

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