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31.01.2013
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Deutsche Bank
Jain und Fitschen geben sich als Aufräumer

Von Martin Hintze

"Wir haben geliefert": Die Co-Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain (r.) und Jürgen Fitschen
REUTERS

"Wir haben geliefert": Die Co-Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain (r.) und Jürgen Fitschen

Bei ihrer ersten Bilanzpräsentation muss die Doppelspitze der Deutschen Bank einen Milliardenverlust erklären. Ist damit das Schlimmste überstanden? Aktionäre hoffen darauf. Doch für eine Entwarnung ist es zu früh.

Hamburg - Der Schock sitzt tief, als kurz nach sieben Uhr am Donnerstagmorgen die ersten Eilmeldungen über die Schirme flackern: 2,2 Milliarden Euro Verlust meldete die Deutschen Bank Chart zeigen im vierten Quartal - zehn Mal so viel wie die düstersten Vorhersagen. So reichte es im Gesamtjahr nur zu einem Mini-Gewinn von 700 Millionen Euro. Es ist das schlechteste Ergebnis seit dem Krisenjahr 2008.

Mit einem derartigen Desaster hatte kein Analyst gerechnet. Schuld sind vor allem die Kosten des Konzernumbaus, Abschreibungen und Rechtsstreitigkeiten. Die erste Reaktion eines Händlers fällt eindeutig aus: "Das Ergebnis ist sehr enttäuschend. Die Zahlen sind deutlich schlechter als erwartet, vor allem die Höhe der Abschreibungen war überraschend."

Gegen acht Uhr telefoniert die Führungsspitze von Deutschlands größtem Bankhaus mit Analysten. Die Botschaft der Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen: Der Milliardenverlust im Schlussquartal ist schmerzhaft, aber nötig, um die Kapitalausstattung der Bank zu stärken. "Der Kapitalaufbau ist unsere Top-Priorität", macht Jain klar.

Und tatsächlich: Die harte Kernkapitalquote liegt nun bei 8 Prozent. Selbst zugetraut hatte sich die Bank nur 7,2 Prozent, ein Jahr zuvor waren es weniger als 6 Prozent. Immer wieder hatten Analysten moniert, dass die Deutsche Bank ihren internationalen Konkurrenten bei der Erfüllung der strengeren Kapitalanforderungen hinterherhinke. "Das Echo von Kunden, Regulatoren und Kapitalmarktteilnehmern war einstimmig. Wir haben zugehört und wir haben geliefert", sagte Jain.

Anleger erleichtert - trotz miserabler Bilanz

Die Erhöhung der Kernkapitalquote entspricht einer Kapitalerhöhung von mindestens acht Milliarden Euro - ohne dass die Bank ihre Aktionäre zur Kasse bitten musste. Die Nachricht sorgte prompt für Erleichterung an der Börse: Die Aktie legte am Donnerstag gegen den Trend zwischenzeitlich um bis zu 3 Prozent zu. "Dass es keine Kapitalerhöhung gibt, ist die wichtigste Botschaft des Tages", sagte Guido Hoymann, Analyst beim Bankhaus Metzler.

Um 10 Uhr tritt das Führungsduo in Frankfurt Seite an Seite vor die Kameras. Auf dem Podium wird viel Englisch gesprochen, die Dolmetscher kommen bei Jains Ausführungen - an seinem Deutsch arbeitet er noch - kaum hinterher. In Sachen Kapitalerhöhung muss er allerdings relativieren: "Plan A bleibt eine Kapitalstärkung aus eigener Kraft, ich kann aber in einer unsicheren Welt nichts ausschließen." Es bleibt nicht der einzige offene Punkt.

Vor allem die Rechtsstreitigkeiten dürften den deutschen Branchenprimus noch lange beschäftigen. Das Institut ist nicht nur in den Skandal um Zinsmanipulationen verstrickt, es wird in den USA auch in vielen Fällen wegen fauler Hypothekenpapiere verklagt.

In Deutschland machte die Bank zuletzt Schlagzeilen, als Ermittler eine Großrazzia im Zuge der Ermittlungen wegen Steuerbetrugs beim CO2-Handel starteten. Die Bilder vom Besuch der Fahnder, die mit Mannschaftswagen der Polizei vor der Zentrale der Deutschen Bank vorfuhren, gingen um die Welt. Fitschen macht sich keine Illusionen: "Wir werden auch im Jahr 2013 mit weiteren Entwicklungen in diesen und anderen Angelegenheiten konfrontiert werden."

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