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31.01.2013
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Deutsche Bank
Die Mär von der Trennung

Von Martin Hintze

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Zwei Türme, zwei getrennte Geschäfte?
dapd

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Zwei Türme, zwei getrennte Geschäfte?

Schockierender Milliardenverlust, umfangreiche Durchsuchungen und massiver Stellenabbau: Die Deutsche Bank steckt in Schwierigkeiten. Aber zumindest das Problem der Trennung von Handels- und Einlagengeschäft scheint beseitigt. Der Gewinner heißt Anshu Jain.

Hamburg - Die Zentrale hat zwei Türme, das Bankhaus zwei Vorstandsvorsitzende. Eigentlich ist die Deutsche Bank wie geschaffen für eine Aufteilung. Hier die Jain-Bank mit dem als hochriskant gebrandmarkten Handelsgeschäft. Dort die Fitschen-Bank mit dem als bodenständig geltenden Kredit- und Einlagengeschäft. Die Universalbank wäre lediglich eine Hülle in Form einer Holding.

So dürften sich die Mitglieder der EU-Expertenkommission um Erkki Liikanen, dem Chef der Finnischen Notenbank, die Zukunft des deutschen Branchenprimus vorgestellt haben. Binnenmarktkommissar Michel Barnier hatte die Runde ins Leben gerufen, um den europäischen Bankensektor gründlich zu reformieren. Endlich sollten die Lehren aus der Bankenkrise gezogen werden, in der die Steuerzahler mehrfach mit Milliardenbeträgen für die Verluste der Banken gerade stehen mussten.

Durch die Trennung von Handels- und Einlagengeschäft würde die Kontrolle der Geldhäuser vereinfacht und die Abwicklung im Falle einer Pleite erleichtert werden. "Too big to fail" möchten die Reformer in Brüssel am liebsten aus dem Wortschatz der Banker streichen.

Für ein Institut von der Größe einer Deutschen Bank Chart zeigen hätte eine Trennung der Geschäfte ernsthafte Konsequenzen. Mit 100.000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme, die beinahe so groß ist wie das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands, gilt der heimische Branchenprimus bei Kritikern als gewaltiges Risiko für das Finanzsystem. Das zeigt auch die heute vorgelegte Bilanz: Aufgrund diverser Rechtsstreitigkeiten musste das Institut für das vierte Quartal einen immensen Verlust in Höhe von 2,15 Milliarden Euro verbuchen.

Rating in Gefahr

Würde die Handelssparte vom restlichen Geschäft isoliert, drohen höhere Refinanzierungskosten. "Bei einer echten Kostenzurechnung wird das Handelsbuch vermutlich teurer, die entsprechenden Produktpreise könnten steigen und damit auch insgesamt unattraktiver werden", sagt Jan Pieter Krahnen, Mitglied der Liikanen-Kommission im Interview mit manager magazin online.

Bislang profitiert die Deutsche Bank von der Staatsgarantie für das Privatkundengeschäft, die das Rating stützt und somit die Refinanzierung für das Investmentbanking billiger macht. Dieser Vorteil würde entfallen, wenn es zu einer Trennung käme. Die Investmentbank müsste nach den Vorstellungen der Liikanen-Kommission eigene Anleihen zu höheren Zinsen ausgeben.

Die Folge: "Die Bankenratings könnten sinken", sagt Stefan Best, Bankenexperte bei der Ratingagentur Standard & Poor's. Dem deutschen Marktführer droht demzufolge eine riesige Kapitallücke. Es wäre ein herber Rückschlag angesichts der ohnehin steigenden Eigenkapitalvorschriften durch Basel III. Welche Risiken im Investmentbanking - in guten Zeiten Gewinnbringer Nummer eins - lauern, zeigt das vierte Quartal 2012: Hier schlugen die Kosten für Rechtsstreitigkeiten, aber auch Abschreibungen auf Wertpapiere voll durch: Vor Steuern stand ein Verlust von 548 Millionen Euro.

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