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31.01.2013
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Trennbanken
"Investmentbanking wird unattraktiv"

Von Martin Hintze

Bankentürme in Frankfurt am Main: "Too big to fail" soll der Vergangenheit angehören
DPA

Bankentürme in Frankfurt am Main: "Too big to fail" soll der Vergangenheit angehören

Deutschlands Banken fürchten die Aufspaltung ihres Geschäfts. Jan Pieter Krahnen, Mitglied der EU-Expertengruppe um den finnischen Notenbankpräsidenten Erkki Liikanen, erklärt, was auf die Geldhäuser zukommt.

mm: Herr Krahnen, Sie haben an den Vorschlägen der Liikanen-Gruppe zur Aufspaltung von Universalbanken mitgearbeitet. Die deutschen Banken laufen dagegen Sturm. Was ist dran an den Befürchtungen?

Krahnen: Die Befürchtungen, die man insbesondere von Seiten der Verbände hört, sind nach meiner Ansicht überzogen. Zum einen erscheint es zunehmend zweifelhaft, dass die ursprünglichen Vorschläge überhaupt übernommen werden. Zum anderen wird oft übersehen, dass es gar nicht um die Abspaltung des gesamten Investmentbankings geht. Da gibt es ein breites Spektrum an Ideen.

mm: Mit welchen Mitteln will die Liikanen-Gruppe die Finanzbranche zähmen?

Krahnen: Unser Vorschlag zu diesem Thema sieht vor, die Handelsaktivitäten einer Bank - und nur diese - unter dem Dach einer Holding von der Universalbank zu trennen. Abgetrennt in einer eigenen Sparte können diese naturgemäß riskanten Geschäfte besser beaufsichtigt und korrekter bepreist werden.

mm: Das klingt nicht nach einer echten Zerschlagung.

Krahnen: Nein, das ist auch nicht das Ziel. Eine Abtrennung der Handelsgeschäfte verbessert die Chance, dass der Bankenmarkt in Europa zu marktwirtschaftlichen Prinzipien zurückkehrt und bei einer Schieflage nicht mehr vom Steuerzahler aufgefangen werden muss.

mm: "Too big to fail" soll also der Vergangenheit angehören?

Krahnen: Ja. Diese abgeschwächte Form eines Trennbankenmodells ist ein Weg, die Restrukturierung von Problembanken zu erleichtern und dabei wieder private Gläubiger in die Haftung zu nehmen. Die Trennung bewirkt zudem, dass die Refinanzierung der Handelsgeschäfte zu risikoadäquaten Margen - sprich tatsächlichen Kosten - erfolgt.

mm: Mit anderen Worten: Das Investmentbanking, mit dem besonders die Deutsche Bank ihre Gewinne in den letzten Jahren gepusht hat, wird teuerer?

Krahnen: Bislang profitieren die Geldhäuser davon, dass sie die Vorteile der Staatsgarantie für das Privatkundengeschäft auch in den Handelsbereich durchreichen können. Diese Mischfinanzierung sollte zugunsten einer risikoadäquaten Finanzierung beseitigt werden. Bei einer echten Kostenzurechnung wird das Handelsbuch vermutlich teurer, die entsprechenden Produktpreise könnten steigen und damit auch insgesamt unattraktiver werden.

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Zur Person

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    Jan Pieter Krahnen ist Direktor des Center for Financial Studies (CFS) an der Goethe Universität Frankfurt. Krahnen ist das einzige deutsche Mitglied in der Kommission zur Reform des europäischen Bankensektors, die von Erkki Liikanen, dem Chef der Finnischen Notenbank, geleitet wird. Zudem ist er unter anderem Mitglied des Expertenteams der Issing Kommission (Beratung der Bundesregierung zu G20 Gipfeltreffen, des Group of Economic Advisors (GEA), des Committee of Economic and Markets Analysis (CEMA), der European Securities and Markets Authority (ESMA) in Paris und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Finanzministeriums.









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