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17.01.2013
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Zertifikate
Anlegerbündnis verklagt britische Barclays

Von Mark Böschen

In Bedrängnis: Die britische Barclays Bank sieht sich Anlegerklagen ausgesetzt
dapd

In Bedrängnis: Die britische Barclays Bank sieht sich Anlegerklagen ausgesetzt

Die Anwälte Nieding und Tilp haben über ihr Anlegerbündnis PIA die Barclays Bank verklagt. Es geht um Zertifikate auf das später aufgedeckte Schneeballsystem des Betrügers Helmut Kiener. Das Bündnis wirft Barclays vor, die Verwendung der Investorengelder nicht ausreichend geprüft zu haben.

Hamburg - Das Anlegerbündnis Protect Invest Alliance (PIA) verklagt die britische Barclays Bank wegen Zertifikaten auf das Schneeballsystem von Helmut Kiener. "Wir haben kurz vor dem Jahresende 2012 Klage gegen die Barclays Bank PLC, London beim Landgericht Frankfurt eingereicht", sagte Klaus Nieding von der Kanzlei Nieding + Barth dem manager magazin (Erscheinungsdatum: 18. Januar).

Der Anwalt betreibt die Investorenallianz PIA zusammen mit der Kanzlei Tilp. Das Anlegerbündnis wirft Barclays Chart zeigen vor, nicht ausreichend geprüft zu haben, was mit dem Geld geschah. Außerdem habe die Bank das System des 2011 verurteilten Anlagebetrügers Kiener gestützt, in das nach der Auflage des X1-Zertifikats ab 2006 über Genussscheine weitere 122 Millionen Euro flossen, argumentieren die Anlegeranwälte. Die Bank bestreitet die Vorwürfe.

Die Protect Invest Alliance vertritt zunächst 60 Mandanten, die das von Barclays emittierte Zertifikat "X1 Global Index" erworben hatten. Falls das Musterverfahren Erfolg hat, könnten hunderte weitere Anleger Ansprüche bei Barclays geltend machen. Die Anwälte fordern die Rückabwicklung der X1-Investitionen. Das würde teuer für die Bank: Das X1-Zertifikat hatte ein Emissionsvolumen von 50 Millionen Euro. Insgesamt hat Barclays Zertifikate in Zusammenhang mit K1-Fonds für rund 250 Millionen Euro aufgelegt. "Der Fall Kiener könnte das bedeutsamste Musterverfahren in Deutschland nach dem Fall Deutsche Telekom Chart zeigen werden", sagte Tilp, der auch die Telekom-Aktionäre im Großprozess gegen den Dax-Konzern vertreten hat.

Die Tragweite des Verfahrens geht daher weit über den Betrugsfall Kiener hinaus. Sollte das erste deutsche Musterverfahren gegen einen Zertifikateemittenten für die Anleger erfolgreich enden, könnten weitere Banken mit Entschädigungsansprüchen für Verluste konfrontiert werden. "Wenn unsere Klage Erfolg hat, wird die Zertifikatebranche von einer Klagewelle erfasst werden", sagte Tilp. Für die Banken steht viel auf dem Spiel: In Deutschland haben Anleger noch immer mehr als 100 Milliarden Euro in Zertifikate investiert, so die jüngsten Zahlen des Branchenverbands DDV.

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