Montag, 17. Dezember 2018

Geldhäuser Deutschlands größte Bankenkrisen

2. Teil: 1931: Danat-Bank - Verstaatlichung durch Brüning

1931: Danat-Bank

Jakob Goldschmidt war der schillerndste Bankier der Weimarer Republik. Nicht nur seine Parties in Berlin waren legendär, lange war es auch sein Einfluss: 123 Aufsichtsratsmandate hielt Goldschmidt auf dem Höhepunkt seiner Macht - gleichzeitig. Goldschmidt war 1922 die treibende Kraft hinter der Fusion seiner Nationalbank mit der Darmstädter Bank für Handel und Industrie. Die neue Darmstädter und Nationalbank (Danat) war das zweitgrößte Geldhaus im Land.

Doch auch Goldschmidt konnte die Danat-Bank nicht retten, als im Juni 1931 einer ihrer Großkunden, die Norddeutsche Wollkämmerei, ins Trudeln geriet - auch als Folge massiver Bilanzmanipulationen. Wirtschaftskrise und Hyperinflation hatten die Kapitalbasis vieler deutscher Banken ausgezehrt. Die Republik schlitterte in eine Bankenkrise.

Goldschmidts Versuch, die Danat mit dem Branchenprimus, der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft, zu verheiraten, lehnte deren Führung ab. So musste der Staat ran: Um das Bankensystem zu stabilisieren und weitere Panikreaktionen der Kunden zu verhindern, verstaatlichte die Regierung von Reichskanzler Heinrich Brüning die Danat und fusionierte sie mit der ebenfalls schwer angeschlagenen Dresdner Bank.

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