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11.01.2013
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Wechsel im Aufsichtsrat
Wie Hilmar Kopper an der HSH Nordbank scheiterte

Von Ulric Papendick

Hilmar Kopper: Abschied als Chefaufseher der HSH Nordbank
DPA

Hilmar Kopper: Abschied als Chefaufseher der HSH Nordbank

Hilmar Kopper, einst Chef der großen Deutschen Bank, wollte die kleine HSH als Chefkontrolleur wieder auf Kurs bringen - und hinterlässt sie in einem schlechten  Zustand. Sein Nachfolger Thomas Mirow wird alle seine Kontakte in die europäische Politik brauchen, um der HSH eine Zukunft zu sichern.

Hamburg - Die Lust an seinem Job hatte Hilmar Kopper längst verloren. An dem Posten bei der HSH, den er vor knapp drei Jahren gegen den Rat vieler Vertrauter übernommen hatte, weil er zeigen wollte, dass er es noch kann. Weil er beweisen wollte, dass es für ihn, den einstigen Vorstandssprecher der großen Deutschen Bank Chart zeigen, ein Leichtes sein würde, die kleine HSH Nordbank als Chefkontrolleur wieder auf Kurs zu bringen.

Entsprechend selbstbewusst war er angetreten. Alle Politiker mussten den Aufsichtsrat auf sein Geheiß hin verlassen; Kopper besetzte das Gremium lieber mit alten Vertrauten aus der Wirtschaft. Den Regierungen in Hamburg und Schleswig-Holstein war das anfangs ganz recht - allzu oft hatten die immer neuen Skandale und Verluste der HSH auch die beiden Mehrheitseigentümer erschüttert.

Deshalb sollten nun die Fachleute ans Werk, angeführt vom erfahrenen Banker Kopper.

Was sowohl die Politiker als auch Kopper selbst dabei völlig unterschätzten, war das mangelnde Gespür - und auch Interesse - des Grandseigneurs für die Belange der Politik. Kopper machte, was er für richtig hielt - ohne sich groß um die Wünsche der Eigentümer zu kümmern.

Thomas Mirow hat Erfahrung in Politik und Wirtschaft

Das ging so weit, dass er den von ihm selbst geholten HSH-Chef Paul Lerbinger vor die Tür setzte, ohne die Eigentümer vorab davon in Kenntnis zu setzen - geschweige denn sie nach ihrer Meinung zu fragen.

Für die Poltik ein herber Affront; sie waren in aller Öffentlichkeit blamiert, weil offenkundig wurde, dass sie das Heft nicht mehr in der Hand hielten.

Deshalb begannen die Regierungen in Hamburg und Kiel im Hintergrund nach einem Ersatz für Kopper zu fahnden. Der frühere Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann wäre ein geeigneter Kandidat gewesen, doch der hatte schon frühzeitig abgelehnt. Auch Stefan Jütte, ebenfalls einst Vorstandschef der Postbank, galt als möglicher Nachfolger. Damit wäre indes wieder ein reiner Banker zum Chefkontrolleur der HSH gekürt worden - nach den Erfahrungen mit Kopper wollten die Politiker das wohl lieber vermeiden.

Mit Thomas Mirow, einst Mitglied des Hamburger Senats und späterer Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, bekommt die HSH Nordbank nun einen Aufsichtsratschef, der Erfahrung in Politik und Wirtschaft mitbringt.

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