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11.01.2013
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HSH Nordbank
Thomas Mirow soll Koppers Nachfolger werden

Thomas Mirow: Der 60-Jährige war zuletzt Präsident der Osteuropabank
dapd

Thomas Mirow: Der 60-Jährige war zuletzt Präsident der Osteuropabank

Der ehemalige Hamburger Wirtschaftssenator Thomas Mirow wird offenbar neuer Aufsichtsratschef der HSH Nordbank. Der 60-Jährige soll Hilmar Kopper ablösen, der unter anderem wegen der Millionenabfindung für Jens Nonnenmacher zunehmend unter Druck geraten war.

Hamburg - Thomas Mirow soll neuer Aufsichtsratschef der HSH Nordbank werden. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Kreise der HSH-Anteilseigner. Mirow soll Hilmar Kopper ablösen, der sein Amt bei der HSH bis 28. Februar aufgeben will.

Der 60-jährige Mirow hat in seiner Karriere eine Vielzahl von Positionen in Hamburg, auf Bundesebene und international wahrgenommen. Er war unter anderem Chef der Hamburger Senatskanzlei, Wirtschaftssenator, SPD-Kandidat für die Position des Hamburger Bürgermeisters, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und zuletzt Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Osteuropabank). Eine angestrebte Wiederwahl für diese Position verpasste Mirow im Mai vergangenen Jahres knapp. Gegenwärtig arbeitet er für die Londoner Investmentfirma River Rock.

Der 77-jährige Kopper sollte eigentlich bis zum kommenden Jahr den Aufsichtsrat der HSH Nordbank führen. Kopper hatte sein Amt Mitte 2009 angetreten, nachdem die Bank im Zuge der Finanzmarktkrise in große Schwierigkeiten geraten war. Nach Verlusten in Milliardenhöhe hatten die großen Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank mit einer Kapitalspritze von drei Milliarden Euro sowie Garantien über zehn Milliarden Euro gerettet. Die EU genehmigte den Schritt nur unter Auflagen. Seitdem wurde die Garantiesumme um drei Milliarden Euro verringert.

Kopper, ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank, sollte das Institut wieder in ruhigeres Fahrwasser geleiten. Doch mit mehreren Alleingängen verspielte er Vertrauen in Hamburg und Kiel. So stieß die Ablösung des ehemaligen HSH-Vorstandsvorsitzenden Paul Lerbinger im Oktober 2012 auf Kritik. Die Länder wurden von Kopper vor vollendete Tatsachen gestellt. Zudem waren Zweifel aufgekommen, ob er noch die notwendige Konstitution für den Posten hat.

Schifffahrtskrise belastet HSH Nordbank

Besonders hohe Wellen schlug zuletzt die Auseinandersetzung um eine Abfindung für den ehemaligen Vorstandschef Nonnenmacher. Kopper wurde für einen lax formulierten Aufhebungsvertrag verantwortlich gemacht, der es der Bank erschwert, Geld von Nonnenmacher zurückzuverlangen, falls er in einem Strafprozess verurteilt werden sollte. Der Aufhebungsvertrag wurde infolge heftiger Kritik aus der Politik nachträglich geändert, wie die Bank diese Woche mitteilte. Nonnenmacher, gegen den zwei Verfahren laufen, könnte seine Abfindung doch noch verlieren.

Nun zog Kopper - offenbar auch auf Druck aus der Politik - die Notbremse. Laut Mitteilung hatte der Bankmanager seinen Entschluss schon Mitte Dezember der Bank und den Eigentümerländern Hamburg und Schleswig-Holstein mitgeteilt.

Vor allem der starke US-Dollar und der schwache Schifffahrtsmarkt setzen der HSH Nordbank zu. Sie galt lange als größter Schiffsfinanzierer der Welt. Jetzt können immer mehr Reeder ihre Kredite nicht bezahlen, weil sie im harten Wettbewerb bei niedrigen Frachtraten kein Geld verdienen. Immer mehr Schiffsfinanzierungen vor allem in Deutschland platzen deshalb.

Für den Zeitraum Januar bis September meldete die Bank ein Minus von 25 Millionen Euro. Erst vor einem Monat hatte die HSH angekündigt, die beiden Eigentümerländer müssten wegen drohender Verluste bei Schiffskrediten bis zum Jahr 2025 wohl 1,3 Milliarden Euro Garantiezahlungen leisten.

mg/dpa-afx/rtr/dapd

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