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10.01.2013
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Streit um Rettungskredite
Sturm der Entrüstung verhindert AIG-Klage

In der Krise mit 182 Milliarden Dollar Steuergeld gerettet: AIG wollte wegen angeblich zu hoher Zinsen für Kredite die US-Regierung verklagen
AFP

In der Krise mit 182 Milliarden Dollar Steuergeld gerettet: AIG wollte wegen angeblich zu hoher Zinsen für Kredite die US-Regierung verklagen

AIG wollte wohl doch nicht das undankbarste Unternehmen der Welt sein. Der von der US-Regierung vor dem Kollaps bewahrte Versicherungskonzern verzichtet darauf, sich einer Klage gegen die einstigen Retter anzuschließen.

New York - Der massive öffentliche Druck auf den mit Steuermilliarden geretteten US-Versicherungskonzern AIG scheint gewirkt zu haben: Der Verwaltungsrat des Unternehmens lehnte es auf einer Sitzung ab, sich einer 25 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro) schweren Schadenersatzklage eines ehemaligen Großaktionärs gegen die US-Regierung anzuschließen. "Wir danken Amerika weiterhin für seine Unterstützung", beteuerte AIG-Verwaltungsratschef Robert Miller.

Kläger ist eine Gesellschaft des ehemaligen langjährigen AIG-Vorstandschefs Maurice Greenberg. Er wirft dem Staat vor, die privaten Anteilseigner bei der Rettungsaktion in der Finanzkrise übervorteilt zu haben. Die Regierung hatte AIG mit einem 182 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket vor dem Kollaps bewahrt und dabei bis zu 92 Prozent der Anteile übernommen.

Das Geld ist seit Dezember komplett zurückgezahlt. Durch gute Preise beim Verkauf der Aktien sowie Zinsen für gewährte Kredite hat die US-Regierung sogar einen üppigen Gewinn von 22,7 Milliarden Dollar eingestrichen. Unter anderem hier setzt die im Jahr 2011 eingereichte Klage von Greenberg an. Er sagt, die Regierung habe die privaten Aktionäre von AIG Chart zeigen benachteiligt. Ihre Anteile schrumpften während der Rettungsaktion zusammen.

Klageabsicht löste Sturm der Entrüstung aus

Nachdem bekanntgeworden war, dass der AIG-Verwaltungsrat über die Klage beraten wird, war in den USA ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. AIG wurde in Medien als das undankbarste Unternehmen aller Zeiten beschimpft. Die demokratische Senatorin und Wall-Street-Kritikerin Elizabeth Warren nannte die Haltung des Managements "unglaublich". AIG selbst hatte sich verteidigt, man müsse Anfragen von Aktionären prüfen.

Nun könnte es allerdings sein, dass Greenbergs Starr International Company gegen AIG klagt. Starr besaß vor dem Eingreifen des Staates rund 12 Prozent der Anteile an dem Versicherungskonzern.

Fehlspekulationen auf dem US-Häusermarkt hatten den Konzern an den Rand des Ruins gebracht. Der Staat schritt ein, weil die Sorge herrschte, dass eine AIG-Pleite das gesamte Finanzsystem zum Kollabieren bringen könnte. Es war die teuerste Rettungsaktion der Finanzkrise.

Die Klage Greenbergs gegen die US-Regierung war von Anfang an auf Unverständnis gestoßen. Greenberg hatte AIG fast 40 Jahre geführt bis 2005. Er baute das Unternehmen zum weltgrößten Versicherer aus.

Nachdem ihm aber der damalige New Yorker Staatsanwalts Eliot Spitzer dubiose Geschäftspraktiken vorgeworfen hatte, wurde Greenberg aus dem Amt gedrängt. Kritiker lasten dem 87-Jährigen an, er habe die Grundlagen für die hochspekulativen Geschäfte gelegt, die AIG später fast das Genick brachen.

rei/dpa

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