Freitag, 16. November 2018

Finanzaufsicht 36 deutsche Banken brauchen Testament

Frankfurter Skyline: Die größten deutschen Banken müssen vorsorglich Sanierungspläne erarbeiten

Die Lage des Finanzsystems gilt weiter als fragil. Einem Bericht zufolge gibt es in Deutschland eine große Zahl so genannter systemrelevanter Institute, die die gesamte Branche gefährden können. Diese Banken müssen der Finanzaufsicht Notfallpläne vorlegen.

Hamburg - Die Bankenaufsicht Bafin hat laut einem Zeitungsbericht 36 deutsche Banken als "national systemrelevant" eingestuft. Eine Pleite eines solchen Instituts hätte demnach Auswirkungen auf die gesamte Finanzbranche. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Gerhard Schick hervor, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Diese Banken müssen bis Ende 2013 bei der Bafin einen Sanierungsplan abgeben, auf dessen Basis die Aufsicht ein Art Testament erstellt.

Mit diesem Vorgehen will die Behörde sicherstellen, dass eine Bank notfalls schnell abgewickelt werden kann, wenn sie in Schieflage gerät. Die Namen der betroffenen Institute veröffentliche die Bafin nicht.

Als sicher gilt der Zeitung zufolge jedoch, dass die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, die Commerzbank Börsen-Chart zeigen, die HypoVereinsbank, das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ-Bank sowie die Landesbanken dazugehören. Die Bafin wollte auf Anfrage der Zeitung die Liste nicht kommentieren.

Anfang November hatte die Bafin selbst eine andere Zahl veröffentlicht. Mehr als 15 deutsche Banken müssten spätestens bis Ende 2013 Notfallpläne vorlegen, wie sie sich aus eigener Kraft aus einer existenzbedrohenden Krise herauswinden wollen, hieß es seinerzeit.

cr/dpa

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