Bankenmanager magazin RSS  - Banken

Alle Artikel und Hintergründe


29.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Steuerhinterziehung
Razzia bei der HypoVereinsbank

Hypovereinsbank in Nürnberg: Die Bank soll mit einem Börsenhändler zusammengearbeitet haben
DPA

Hypovereinsbank in Nürnberg: Die Bank soll mit einem Börsenhändler zusammengearbeitet haben

Die HypoVereinsbank ist in das Visier der Steuerfahnder geraten. Mehrere Büros der Münchener Bank wurden bereits durchsucht. Das Institut soll den Staat um mehr als 100 Millionen Euro betrogen haben.

München -Wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung bei Aktienhandelsgeschäften haben mehr als 60 Staatsanwälte, Polizisten und Steuerfahnder Büros der HypoVereinsbank durchsucht. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht es um eine Schadenshöhe von rund 113 Millionen Euro, wie der Leitende Oberstaatsanwalt der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Günter Wittig, sagte. Die Ermittlungen richteten sich gegen acht Beschuldigte.

Die HypoVereinsbank sicherte ihre Unterstützung zu. "Die HypoVereinsbank ist an einer umfassenden Klärung des Sachverhalts interessiert", teilte eine Sprecherin der Münchener Bank mit. Die Bank habe nach ersten Hinweisen im Jahr 2011 eine eingehende Prüfung der Vorgänge mit Unterstützung externer Anwälte und Spezialisten veranlasst und kooperiere mit den Behörden. Die HypoVereinsbank gehört zur italienischen Großbank UniCredit und ist eine der größten Banken in Deutschland.

Am Mittwochvormittag waren die Fahnder bundesweit in 13 Gebäuden und Büros angerückt, darunter auch in der Zentrale der HypoVereinsbank in München. Bei der Durchsuchung stellten die Ermittler umfangreiches Material sicher, das nun ausgewertet wird.

65 Prozent für die Bank, 35 Prozent für den Händler

Nach Angaben der Bank geht es bei den Ermittlungen um Aktientransaktionen in den Jahren 2006 bis 2008, die in zeitlicher Nähe zum Zeitpunkt der Dividendenzahlungen getätigt wurden. "Hieraus resultierende Gutschriften der Kapitalertragssteuern werden durch das Finanzamt beanstandet." Details könne die Bank im Hinblick auf das laufende Verfahren nicht nennen.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" gehen die Behörden dem Verdacht nach, die Bank sowie ein Börsenhändler könnten sich auf Kosten des Fiskus den erzielten Profit bei den Aktienhandelsgeschäften geteilt haben. 65 Prozent für die Bank, 35 Prozent für den Händler, sei das Schema gewesen. Die Ermittlungen richteten sich aber nicht gegen Vorstände, sondern gegen Mitarbeiter deutlich unterhalb der Führungsebene.

Nach eigener Darstellung hat die HVB auch Münchener Steuerbehörden darüber informiert, dass die Bank möglicherweise auch bestimmte Eigenhandelsgeschäfte in zeitlicher Nähe zum Zeitpunkt von Dividendenausschüttungen getätigt und diesbezüglich möglicherweise Kapitalertragssteuergutschriften geltend gemacht hat. Auch hier habe die Bank bereits 2011 "eine umfassende Überprüfung der Vorgänge durch externe Berater in Auftrag gegeben. Diese Überprüfung wird vom Vorstand der Bank und von UniCredit uneingeschränkt unterstützt".

Laut Zeitung hatte das Finanzamt Wiesbaden der HVB vorgehalten, "wider besseren Wissens" und wiederholt falsche Bescheinigungen über abgeführte Kapitalertragssteuern ausgestellt zu haben. Die HVB habe "aktiv daran mitgewirkt", dass dem Fiskus ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sei. Dem widerspricht die Bank und erklärte, sie habe den Bescheid angefochten. Die HVB sei den "Offenlegungspflichten immer ordnungsgemäß nachgekommen".

mg/afp/dpa

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Investitionsschwäche
Deutsche-Bank-Chef Fitschen soll Bundesregierung beraten
Hacker-Angriff auf JPMorgan
FBI vermutet Russland hinter Cyber-Attacke
BayernLB-Prozess
Aktenzeichen Hypo Alpe Adria ungelöst
Mainfirst-Gründer Bettscheider kauft Düsselhyp
Größte Bankenübernahme in Deutschland seit der Finanzkrise

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger