Montag, 31. August 2015

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Handelsbetrug UBS droht hohe Millionenstrafe

Handelsskandal mit Folgen: Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli hat der Bank einen Milliardenverlust zugefügt

Die Spekulationsgeschäfte eines Händlers der UBS kosteten die Bank Milliarden. Jetzt kommt noch eine zweistellige Millionenbuße obendrauf, weil ihre interne Kontrolle versagt hat. Man stehe kurz vor der Einigung mit der britischen Bankenaufsicht, heißt es.

London - Der Fall eines wegen Betrugs verurteilten früheren UBS-Händlers könnte der Schweizer Großbank zusätzlich zu dem Handelsverlust noch eine Buße in zweistelliger Millionenhöhe wegen Mängeln in der internen Kontrolle einbrocken.

Die Bank stehe kurz vor einer Einigung mit der britischen Bankenaufsicht Financial Service Authority (FSA), berichtete die "Financial Times". Die Buße könnte demnach zwischen 20 Millionen bis zu 50 Millionen Pfund (25 bis 62 Millionen Euro) betragen.

Nachdem der Handelsskandal in London im vergangenen Herbst ans Licht gekommnen war, hatten die FSA und die Schweizer Bankenaufsicht FINMA formelle Untersuchungen gegen UBS Börsen-Chart zeigen eröffnet. Es ging dabei um die Frage, ob die Kontrollmechanismen der Bank zur Verhinderung und Aufdeckung nicht genehmigter Handelsaktivitäten ausreichend waren und den Vorschriften entsprachen.

Die Arbeit der Aufsichtsbehörden ruhte dann bis zum Ende des Prozesses gegen Kweku Adoboli, der am Dienstag wegen Betrugs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Seine Zockerei mit börsennotierten Indexfonds (ETF) trug der UBS im September 2011 einen Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar ein.

Laut "Financial Times" haben die Schweizer ihre Untersuchung abgeschlossen und warten nun auf ihre britischen Kollegen. Eine gemeinsame Erklärung von FSA und FINMA könnte in der kommenden Woche kommen.

Zahlen müsste UBS nur in Großbritannien. Die Schweizer FINMA hat von Gesetzes wegen nicht das Recht, Geldbußen zu verhängen. Sie kann organisatorische Veränderungen verlangen und auch personelle Konsequenzen verfügen. Weder FINMA noch FSA oder UBS wollten zu dem Bericht Stellung nehmen.

rei/rtr

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