Sonntag, 2. August 2015

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Befragung zur Libor-Affäre Anshu Jain schickt Vorstandskollegen vor

Deutsche-Bank-Co-Chef Jain: Mindestens zwei Mitarbeiter des Instituts sollen an den Manipulationen um den britischen Referenzzinssatz beteiligt gewesen sein

Der Finanzausschuss des Bundestags hat Deutsche-Bank-Co-Chef Jain zur Befragung über die Libor-Affäre eingeladen. Doch der Manager, der einst den Investmentbereich verantwortete, hat abgesagt. Sein Kollege Stephan Leithner soll den Abgeordneten nun Rede und Antwort stehen.

Berlin - Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain hat eine Einladung des Bundestags-Finanzausschusses ausgeschlagen. Die Abgeordneten wollten den Manager am kommenden Mittwoch zum Skandal um die Manipulationen beim Referenzzinssatz Libor befragen.

Nun hat die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen die Einladung zwar angenommen, erscheinen wird aber nicht Jain, sondern sein Vorstandskollege Stephan Leithner. Dies habe ein Sprecher der Deutschen Bank der Zeitung "Die Welt" bestätigt.

Dass Leithner den Termin wahrnehmen soll, wird mit den Zuständigkeiten innerhalb des Vorstands begründet: Leithner fallen innerhalb des Gremiums die juristische Themen zu, er verantwortet daher auch die Aufarbeitung des Libor-Skandals, in dem die Deutsche Bank zu den Beschuldigten gehört.

Zumindest zwei Mitarbeiter, die die Bank inzwischen verlassen haben, waren den Vernehmen nach an den Manipulationen beteiligt. Sollte die Affäre weitere Kreise ziehen, dürfte sie vor allem Jain belasten, der den fraglichen Geschäftsbereich verantwortet, schreibt das Blatt.

mg/dapd

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