Freitag, 29. Mai 2015

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Kulturwandel "Mancher Deutsch-Banker wird sich neu erfinden müssen"

Schluss mit dem Männerkult: Das Spitzenpersonal der Deutschen Bank soll heterogener werden
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Schluss mit dem Männerkult: Das Spitzenpersonal der Deutschen Bank soll heterogener werden

Große Worte, bescheidene Ziele: Die Deutsche Bank will ihr Führungspersonal stark verändern. Mehr Frauen, mehr Alte mehr Teamplayer sollen es sein. Dass das Geldinstitut dennoch ein konservatives Haus bleibt, belegt der Zeitplan des Unterfangens.

Frankfurt am Main - Der typische Deutsch-Banker soll künftig immer öfter eine Deutsch-Bankerin sein. Der neue Personalvorstand Stephan Leithner umriss am Mittwoch in Frankfurt seine Vorstellungen vom Banker der Zukunft: "Ich will ein bisschen provokant sein. Das erste ist: er wird weiblicher sein, internationaler sein, älter, teamorientierter, mobiler und Spaß an der Technik haben müssen."

Auf einem Seminar für Nachwuchskräfte auf der "Euro Finance Week" kündigte Leithner an, dass die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen dabei nichts überstürzen will. Bis 2018 wolle das Geldhaus auf 25 Prozent Frauen unter den hochrangigen Führungskräften kommen. Ende 2011 seien es 17 Prozent gewesen. Frauen seien in vielen Fällen eher die Garanten von Teamorientierung, partnerschaftlichem Verhalten und nachhaltiger Ausrichtung, so Leithner.

Die Deutsche Bank hat sich unter den Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen einen "Kulturwandel" auf die Fahnen geschrieben. Es werde für Banker nicht reichen, vertrauenswürdig zu sein, um das Vertrauen in die Branche wieder herzustellen, sagte der frühere Investmentbanker Leithner. "Es wird in Zukunft mehr Eigenschaften erfordern."

Die Banker der Zukunft müssten besser ausgebildet sein und mehr Zeit damit verbringen, um zu lernen. Das bedeute auch, dass sie im Schnitt älter sein würden. "Es erfordert, dass sich viele Personen neu erfinden", forderte Leithner.

Die Deutsche Bank hat vor kurzem angekündigt, knapp 2000 Stellen vor allem im Investmentbanking zu streichen. Erst am Dienstagabend stellte die Vermögensverwaltungs-Tochter Sal. Oppenheim einen "signifikanten" Stellenabbau an. Nach Medienberichten könnte er bis zur Hälfte der 930 Arbeitsplätze dort betreffen.

nis/rtr

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