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16.11.2012
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Schadenersatzprozess
Ex-Kirch-Vorstand will die Seiten wechseln

Prozess nähert sich dem Ende: Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer (rechts) mit seinen Anwälten.
DPA

Prozess nähert sich dem Ende: Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer (rechts) mit seinen Anwälten.

Neue Wendung im Gerichtsstreit zwischen Leo Kirchs Erben und der Deutschen Bank: Kurz vor Ende des Schadenersatzprozesses wollte sich ein ehemaliger Kirch-Topmanager auf die Seite der Bank schlagen. Doch die Richter lassen ihn nicht.

München - Der ehemalige Finanzchef des Kirch-Konzerns Brian Cook darf der Deutschen Bank im Kirch-Prozess nicht zur Seite springen. Das Oberlandesgericht München entschied heute, Cook in dem Verfahren nicht als Streithelfer zuzulassen. "Sie müssen erst einmal rechtliches Interesse geltend machen, damit Sie hier hereinkommen", sagte der Senatsvorsitzende Guido Kotschy den Anwälten Cooks.

Der frühere Finanzchef der Kirch-Dachholding Taurus hatte dem Gericht mitgeteilt, Kirchs Insolvenz im April 2002 habe nichts mit dem Interview des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer zwei Monate vorher zu tun gehabt.

Breuer hatte bezweifelt, dass der hoch verschuldete Medienkonzern ohne Umbau noch frische Kredite bekommen könne. Leo Kirchs Erben haben Breuer und die Bank auf zwei Milliarden Euro verklagt.

Disney-Chef "wollte nicht aufs Eis gehen"

Am Morgen war zunächst der frühere Kirch-Manager Dieter Hahn als vorerst letzter Zeuge vernommen worden. Hahn berichtete nochmals davon, wie ein geplanter Milliardendeal zwischen der Kirch-Gruppe und dem Disney-Konzern zu Ostern 2002 geplatzt sei. Der Manager sagte, dass Disney sich gegen den Kauf von Anteilen an der TV-Senderkette ProSiebenSat.1 entschieden habe, die damals zu Kirch gehörte. Das sei mit Unsicherheiten begründet worden.

Das habe sicher mit dem Interview Breuers zu tun gehabt, sagte Hahn. Der damalige Disney-Chef Michael Eisner "wollte nicht aufs Eis gehen", ohne Sicherheiten zu haben. An Briefe, die ihm vorgelegt worden seien, konnte sich Hahn im Detail aber nicht erinnern. Darin hätten sich die Kirch-Seite und Disney bereits auf eine Kaufsumme in Höhe von 1,3 Milliarden Euro festgelegt.

Das Gericht hat bisher keine weiteren Termine für den Prozess festgesetzt. Richter Guido Kotschy sagte in der Verhandlung: "Sie wollen wissen, ob wir heute ein Urteil fällen oder nicht. Diese Karten werden wir nicht aufdecken." Anders als vom Gericht gewünscht, nahm der derzeitige Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen nicht an der Verhandlung teil. Er wird von Justiziaren der Bank vertreten, die eine Vollmacht haben.

Die Kirch-Gruppe hatte rund 6,5 Milliarden Euro an Schulden aufgetürmt. Die Erben führen den Prozess nach dem Tod Leo Kirchs fort. Ein Vergleich mit der Deutschen Bank war im Frühjahr gescheitert. Wie das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe exklusiv berichtet, will die Deutsche Bank die Auseinandersetzung bis Februar 2013 abschließen - und bereitet sich auf die Zahlung einer hohen Vergleichssumme vor.

wed/dpa/dapd

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