Sonntag, 19. April 2015

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Herbert Henzler Ex-McKinsey-Chef nimmt es mit Goldman Sachs auf

Früher McKinsey, heute Moelis & Company: Herbert Henzler

Die junge Investmentboutique Moelis & Company fordert die Platzhirsche der Branche heraus - künftig mit Hilfe des langjährigen McKinsey-Deutschland-Chefs Herbert Henzler. Gemeinsam mit Moelis-Europa-Chef Mark Aedy kündigt der Veteran der Deutschland AG seine Rückkehr an.

mm: Herr Henzler, Sie wollten mit 70 eigentlich nicht mehr soviel arbeiten. Jetzt haben Sie sich anders entschieden und bei der Investmentbank Moelis & Company angeheuert. Wie kam es dazu?

Henzler: Naja, eigentlich hatte ich ja schon im Sommer meinen Absprung aus der Geschäftswelt geplant. Dann jedoch wurde mir der Kontakt zu einigen der Moelis-Leuten vermittelt. Die Qualität dieser Manager, ihr Geschäftsplan und die Erfolgsgeschichte, die sie aufweisen konnten, haben mich beeindruckt. Also habe ich mir gesagt: Warum eigentlich nicht?

mm: Herr Aedy, was erhoffen Sie sich vom Engagement Herbert Henzlers?

Aedy: Wir wollen weltweit im Markt für mittlere und große Aktiengesellschaften expandieren. Und wir haben in den vergangenen fünf Jahren eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas und deshalb ein Kernstück unserer Internationalisierungspläne. Wir brauchen daher Zugang zu den Entscheidern der deutschen Unternehmenslandschaft. Deshalb können wir uns glücklich schätzen, dass sich Herbert mit seiner Reputation und seinem Netzwerk für uns entschieden hat.

mm: Im deutschen Markt treffen Sie allerdings auf harte Konkurrenz. Schließlich tummeln sich hier nicht nur die Großbanken wie die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, sondern auch Beratungsspezialisten wie Lazard und Rothschild. Was macht Sie so optimistisch, hier zu reüssieren?

Henzler: Wissen Sie, Mark und ich haben etwas, das uns verbindet. Sein Fußballclub, Chelsea London, führt die britische Premier League an. Mein Team, Bayern München, steht in der Bundesliga vorne. Kurzum, wir machen uns keine Sorgen um Wettbeweber, wir stehen schon oben.

Aedy (lacht): Das war in der Tat die erste Debatte, die wir geführt haben. Es ging darum, ob Chelsea das Champions-League-Finale gegen Bayern verdient gewonnen hat. Wir waren damals beide in der Allianz-Arena - ohne uns allerdings zu kennen. Aber mal ernsthaft. Wenn wir sagen, dass wir im Markt für Mid Caps und Big Caps konkurrieren wollen, dann liegt es auf der Hand, dass wir auch mit Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Bank in Wettbewerb treten. Dazu kommen die von Ihnen genannten unabhängigen Anbieter wie Lazard und Rothschild.

mm: Und wie wollen Sie sich gegenüber den genannten Wettbewerbern abheben?

Henzler: Wir sind eine relativ junge Firma, die vor fünf Jahren in den Vereinigten Staaten gegründet wurde und erst seit vier Jahren außerhalb der Vereinigten Staaten expandiert. Wir haben also eine recht kurze Entwicklung hinter uns, wachsen allerdings sehr schnell. Unsere Differenzierung funktioniert vor allem dadurch, dass wir wirkliche Großkaliber unter unseren Mitarbeitern haben. Sie bringen Industrieerfahrung, Netzwerke und die Fähigkeit mit, die Probleme unserer Kunden zu lösen. Außerdem legen wir Wert darauf, uns einen Ruf zu erarbeiten, die richtigen Ratschläge zu geben. Dies kann bedeuten, dass wir zu einer Transaktion raten, dies kann aber genauso bedeuten, das wir auch einmal von einer Transaktion abraten.

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