Deutsche Bankmanager magazin RSS  - Deutsche Bank

Alle Artikel und Hintergründe


02.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Finanzstabilität
Deutsche Bank zählt zu den gefährlichsten vier Banken

Deutsche Bank: Gemeinsam mit HSBC, Citigroup und JP Morgan Chase gehört der deutsche Branchenprimus zu den vier Banken, die "too big to fail" sind
dapd

Deutsche Bank: Gemeinsam mit HSBC, Citigroup und JP Morgan Chase gehört der deutsche Branchenprimus zu den vier Banken, die "too big to fail" sind

Die Deutsche Bank gehört nach Einschätzung der Branchenaufseher zu den vier für das globale Finanzsystem gefährlichsten Instituten. Die Commerzbank gilt dagegen nicht mehr als systemrelevant. Das geht aus der aktualisierten Liste hervor, die der Finanzstabilitätsrat im Auftrag der G20-Staaten veröffentlichte.

Basel - Die Deutsche Bank Chart zeigen müsste damit von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen, so dass er 2019 auf eine Mindestausstattung von 9,5 Prozent Grundkapital und Gewinnrücklagen kommen müsste. Zurzeit kommt er nach den künftigen Kriterien auf weniger als sieben Prozent.

Mit den Auflagen wollen die Aufseher verhindern, dass die größten Banken in einer Krise zusammenbrechen und auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen. In die gleiche, höchste Kategorie wurden die US-Institute Citigroup Chart zeigen und J.P. Morgan Chase sowie die britische HSBC Chart zeigen eingestuft - vier Institute, die Investmentbanking und Privatkundengeschäft gleichzeitig betreiben.

Insgesamt stuft der FSB 28 Banken als global systemrelevant ein, eine weniger als vor einem Jahr. Zwei sind neu in der Liste - die spanische BBVA und die britische Standard Chartered.

Nicht mehr dazu zählt neben der britischen Lloyds Bank und der zerschlagenen belgisch-französischen Dexia die Commerzbank, die ihre Bilanzsumme und die Risiken stark reduziert hat. Sie gilt aber als "national systemrelevant" und dürfte deshalb von den deutschen und europäischen Aufsehern mit härteren Auflagen bedacht werden.

Druck auf die Banken vor dem G20 Treffen

Als Lehre aus der Finanzkrise müssen alle Großbanken in den kommenden Jahren ein Kapitalpolster von 7 Prozent ihrer Bilanzrisiken aufbauen, von den systemrelevanten Banken noch mehr. Der FSB veröffentlichte am Donnerstag erstmals offiziell, in welche "Körbe" sie derzeit eingestuft würden. Damit will das Gremium unter dem Vorsitz des kanadischen Notenbankchefs Mark Carney einen Anreiz dafür schaffen, dass die Banken ihre Risiken reduzieren, um geringere Kapitalpuffer aufbauen zu müssen.

Die Liste soll auch Thema beim G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs am Sonntag und Montag in Mexiko-Stadt sein. Grundlage der "Systemrelevanz" sind Kriterien wie Größe und Vernetztheit im internationalen Finanzsystem. Danach teilen die Aufseher die Banken in vier Gruppen ein, die unterschiedlich hohe Kapitalpolster vorhalten müssen.

Barclays und BNP Paribas rangieren in der zweithöchsten Kategorie, in die Finanzkreisen zufolge vor einem Jahr auch noch die Deutsche Bank einsortiert worden war. Reine Investmentbanken wie Goldman Sachs Chart zeigen müssen nur 1,5 Prozent mehr Kapital aufbringen. Das gilt auch für die Schweizer Großbanken UBS Chart zeigen und Credit Suisse Chart zeigen, die aber schon jetzt höhere Kapitalforderungen der Schweizer Finanzmarktaufsicht erfüllen müssen. Die HypoVereinsbank-Mutter Unicredit liegt auf den hinteren Rängen (ein Prozent). Die Liste wird bis 2014 aktualisiert, die aktuelle Rangfolge basiert auf Daten von Ende 2011.

Deutschland prescht vor

Doch die schärfere Regulierung von Großbanken beschränkt sich nicht auf mehr Kapital. Sie müssen auch ein "Testament" vorlegen, nach dem sie nach einem Zusammenbruch - möglichst unschädlich für das Finanzsystem - aufgespalten und notfalls zum Teil abgewickelt werden können. Denn Aufsehern und Politikern ist es ein Dorn im Auge, dass sich Banken in der Vergangenheit darauf verlassen konnten, auf Kosten des Steuerzahlers aufgefangen zu werden, weil sie zu wichtig für die Wirtschaft des Landes waren, um pleitegehen zu können ("too big to fail").

Doch in der Praxis schafft das Probleme - nicht zuletzt, weil die meisten Banken aus einer Vielzahl von Landesgesellschaften bestehen, die unterschiedlichen Aufsehern unterstehen. Der FSB sprach am Donnerstag von "ermutigenden Fortschritten". Als eines der ersten Länder wird Deutschland von seinen größten Banken Sanierungs- und Abwicklungspläne einfordern. Die Finanzaufsicht BaFin will am Freitag veröffentlichen, was sie dazu konkret von den Banken erwartet. Der Kreis der "national systemrelevanten" Banken ist deutlich größer:

Bis zu ein Dutzend Institute könnten in diese Kategorie eingestuft werden, darunter auch die großen Landesbanken. Bei den Methoden, sie enger an die Kandare zu nehmen, haben die nationalen Aufseher allerdings mehr Spielraum als bei den G-SIBs. Die Versicherungsaufseher der IAIS hatten im Oktober Pläne vorgelegt, nach denen auch große und damit systemrelevante Versicherer stärker beaufsichtigt werden sollen - vor allem da, wo sie sich außerhalb des angestammten Geschäfts tummeln.

kst/reuters

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Co-Chef der Deutschen Bank
Strafverfahren gegen Fitschen zieht sich
Umstrittene Wertpapiere
US-Bundesstaat Virginia verklagt Deutsche Bank
Investmentbanking
Deutschbanker halten Excel für das Nonplusultra
Nach Vorwürfen der Bankenaufsicht
Deutsche Bank wirbt Goldman-Manager für US-Geschäft ab

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger