Donnerstag, 2. Juli 2015

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Michael Rüdiger Credit-Suisse-Banker wird Deka-Chef

Deka-Bank in Frankfurt am Main: Michael Rüdiger wird neuer Hausherr

Große Überraschung bei der Deka : Der langgediente Credit-Suisse-Banker Michael Rüdiger wird neuer Chef des Sparkassen-Fondsdienstleisters. Er soll den Posten beim Frankfurter Institut schnellstmöglich antreten.

Frankfurt am Main - Der Credit-Suisse-Banker Michael Rüdiger wird neuer Chef des des Sparkassen-Fondsdienstleisters Deka. Der Deka-Verwaltungsrat bestellte den 48-Jährigen am Dienstag zum neuen Vorstandsvorsitzenden, wie die Deka mitteilte. Oliver Behrens, der das Institut seit dem Rauswurf von Franz Waas Anfang April kommissarisch leitet, übernimmt die neu geschaffene Position als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Behrens hatte neben DZ-Bank-Vorstand Lars Hille und dem ehemalige BayernLB -Vorstand Stefan Ermisch als potenzieller Kandidat für den Deka-Chef-Posten gegolten.

Der 48-Jährige, der bei der Schweizer Großbank Credit Suisse Börsen-Chart zeigen derzeit das Zentraleuropa-Geschäft leitet, habe umfangreiche Erfahrungen im Bankgeschäft gesammelt und sei ein guter Kommunikator, betonte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon am Dienstag. Fahrenschon setzt mit der Berufung von Rüdiger, den zuvor niemand als neuen Deka-Chef aus dem Zettel hatte, eine erste eigene Personalentscheidung im Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) durch. "Fahrenschon wollte einen Neuanfang und jemanden berufen, der unverbraucht ist", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Dass ein Topmanager einer Privatbank in den öffentlich-rechtlichen Sektor wechselt, ist ein sehr ungewöhnlicher Vorgang und unterstreicht die schwierige Lage vieler Großbanken.

"Mit Michael Rüdiger haben wir einen in allen Teilen des Bankgeschäfts, vor allem in der Steuerung und dem Asset-Management sehr erfahrenen Fachmann als Vorstandsvorsitzenden der Deka-Bank gewinnen können", frohlockte Fahrenschon, der auch den Verwaltungsrat der Deka leitet. Rüdiger soll den Posten beim Frankfurter Institut schnellstmöglich antreten - ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Im Sparkassen-Lager wird darauf verwiesen, dass Rüdiger seine Berufsausbildung bei einer Raiffeisenbank absolviert hat und bisher nicht als passionierter Investmentbanker aufgefallen ist. Ex-Deka-Chef Franz Waas, der Anfang April nach einem Streit über Boni in Millionen-Höhe vor die Tür gesetzt wurde, hatte nach dem Geschmack vieler Sparkassen-Funktionäre ein zu großes Faible fürs Investmentbanking.

Die Sparkassen sind seit vergangenem Jahr alleiniger Eigentümer der Deka. Rüdiger ist bei Credit Suisse auch für das Investmentbanking zuständig, kommt jedoch aus der Vermögensverwaltung. In seiner derzeitigen Position hat er auch zahlreiche repräsentative Aufgaben. Im Umfeld der Credit Suisse wird Rüdigers Abgang bedauert. "Das ist ein guter Mann. Es ist aber verständlich, dass er sich weiterentwickeln will", sagte ein Insider.

kst/rtr

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