Montag, 5. Dezember 2016

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Vergleich Deutsche Bank legt Kirch-Rechtsstreit bei

Ursprung des Streits: Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Rolf E. Breuer hatte die Kreditwürdigkeit Leo Kirchs öffentlich angezweifelt

Die Deutsche Bank hat den langjährigen Rechtsstreit mit dem im vergangenen Sommer verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch beigelegt. Wie das manager magazin aus Verhandlungskreisen erfuhr, einigten sich die Vertreter der Bank und Anwälte der Familie Kirch auf einen Vergleich. Die Kirch-Erben sollen knapp 800 Millionen Euro erhalten.

Hamburg - Die Vergleichsumme soll sich an dem Vorschlag des zuständigen Münchener Richters Guido Kotschy orientieren. Dieser hatte den beiden Parteien einen Vergleich von 775 Millionen Euro vorgeschlagen.

Die jetzt erzielte Einigung muss noch vom Vorstand der Deutschen Bank beschlossen werden; dies soll heute oder morgen geschehen. Ein Sprecher der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren.

Damit endet ein Rechtsstreit, der seinen Ursprung vor 10 Jahren mit einem Interview des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer nahm. Breuer hatte darin die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt; als dessen Medienkonzern später in die Pleite rutschte, machte Kirch den Bankchef dafür verantwortlich.

Ursprünglich forderte der im Juli 2011 verstorbene Medienunternehmer bis zu 3,6 Milliarden Euro Schadensersatz.

2006 hatte der Bundesgerichtshof festgestellt, dass im Grundsatz eine Schadensersatzpflicht der Bank bestand. Im vergangenen November durchsuchten Staatsanwälte im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess die Büros von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und anderen Topmanagern der Bank. Die Staatsanwaltschaft wirft Ackermann Prozessbetrug vor.

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